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Wusstest du...

PLOT

Lost Places Geheimnisvolle Orte, verschollene Tempel, vergessene Inseln mit Sirenen, endlose Labyrinthe oder Inseln, die von allen Seelen verlassen sind - hier machen sich Abenteurer auf, ihre Mission zu lösen oder einen Schatz zu finden. Der 5. Geburtstagsplot vom Weltenwanderer.

Herzblut
"Das andere Skelett, dessen Geschichte ihr kennen solltet, ist das von Bogatyr, einem Helden der Bravenblader. Eine holde Maid mit einem Glanz in den Augen, den sonst nur Sidhe haben sollten, bat ihn um Hilfe: Sie gab ihm einen Dolch mit Namen HERZBLUT, der einst ihrem Großvater gehörte, und hatte die Macht, seinem Besitzer die Macht eines jeden Wesens zu übertragen, dass er mit einem einzigen Stich ins Herz tötete. Das Mädchen hatte mit angesehen, wie sich ihre Familie über das Erbstück zerstritt und umbrachte, nahm ihn an sich und lief mit ihm davon. Als sie den berühmten Helden gefunden hatte, flehte sie ihn an, den Dolch zu zerstören … wozu nur ein magisches Schmiedefeuer in der Burg ihres Großvaters in der Lage sei." Und so begann die Geschichte des sagenumwogenen Dolch namens Herzblut. Ein Relikt großer Macht. Und der Beginn unseres Halloweenplots 2015.

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Weltenwanderer » Das Spiel » Shallows Earth » Blackheart » Nördliches Viertel » Shanaal Rothe - Der Hauptwohnsitz von Malar Beradren » Der ungeladene Gast » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Malar

Heisser Feger


NAMENSLIED
Malar Beradren
Beruf(-ung)
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HERKUNFT
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ALTER
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Es war still im Haus. Das Abendessen war bereits vorbei, die Küche aufgeräumt, und die Bediensteten hatten sich bis auf wenige Ausnahmen in ihre Quartiere zurück gezogen. Zu den Ausnahmen zählten die Wachen am Tor, die dort immer standen und aufpassten dass kein Gesindel ins Haus gelangte, sowie die Leibdiener und Kammerzofen, die für das persönliche Wohl der Herrschaften zuständig waren. Diese begaben sich erst zu Bett, wenn ihre Dienstherren und -herrinnen sie nicht mehr benötigten.

Malar Beradren sass in seinem Arbeitszimmer im Erdgeschoss des Hauses und kümmerte sich um den unbeliebten Kleinkram, der sich hauptsächlich aus Rechnungen, dem Sichten von Einnahmen und Ausgaben, sowie alltäglicher Korrespondenz zusammensetzte. Viele Häuser hatten dafür einen Verwalter, was allerdings nach Malars Dafürhalten oft der Grund für finanzielle Schwierigkeiten war. Es war eine alte Weisheit, dass kein Fremder eine Arbeit so erledigte wie man es selbst tun würde. Deshalb gab der Hausherr diese Dinge ungern aus der Hand. Ausserdem wusste er so genauestens Bescheid was seine Ehegattin so trieb. Ein freizügiges neues Gewand hatte sie sich also anfertigen lassen, was sie garantiert nicht gedachte im Ehebett zu tragen, sowie ein sündhaft teures Parfüm bestellt. Interessant. Wer wohl diesmal derjenige war, den sie gedachte mit ihrer Gunst im Bett zu beschenken?

Malar tolerierte schon seit Jahrzehnten was sie mehr oder weniger offen unter seinen Augen trieb. Sie tat es nicht etwa um ihn eifersüchtig zu machen, dann hätte er sich vielleicht sogar geschmeichelt gefühlt. Floona tat es um sich zu rächen. So wie sie viele Dinge tat, um sich an ihm zu rächen. Rache für die Schmach, die er ihr vor vielen Jahren in einer schwachen Stunde angetan hatte. Eigentlich, so konnte man meinen, war die Schuld längst abgebüßt. Aber mit den Jahren war aus Rache Selbstzweck geworden. Malar wusste nicht einmal genau, ob er Floona deshalb grollen oder Mitleid mit ihr haben sollte. Denn das, wonach sie sich am meisten sehnte, bekam sie von ihren jungen Liebhabern nicht. Vielleicht war es dagegen seine Art von Rache ihr genau das vorzuenthalten. Nämlich eine Bitte um Verzeihung.

Sein Bein schmerzte. Es schmerzte immer wenn es ruhig im Hause wurde und die Geschäfte des Tages ihn nicht mehr davon ablenkten. Auch eines von Floonas Andenken. Eine von vielen Narben, die diese Ehe hervorgebracht hatte. Der Gehstock mit dem silbernen Knauf lehnte seitlich neben ihm am Stuhl, damit er ihn immer griffbereit hatte. Er war sein ständiger Begleiter geworden, ebenso gebraucht wie gehasst, und in gewisser Weise war Malars Beziehung zu diesem Ding enger als zu irgendeiner Person in seinem Leben. Mit Ausnahme vielleicht von Carharis, seiner Leibsklavin und einem ganz besonderen Wesen. Er war gut zu ihr, behandelte sie sogar besser als er Floona jemals behandelt hatte. Aber auch sie liebte ihn nicht und war nicht aus freien Stücken bei ihm, sondern weil er sie durch ein Blutritual in Orvens Namen an sich gebunden hatte. Eines Tages würde auch sie rebellieren und ihn verlassen wollen. Ob er sie dann gehen lassen würde? Malar wusste es nicht.

Der Blick seiner rubinroten Augen glitt zu der Tasse Tee auf dem Schreibtisch, die er vergessen hatte anzurühren. Inzwischen war der Pilzsud abgekühlt und würde bitter schmecken. Kurz erwog er seinen Diener zu schicken und einen frischen bringen zu lassen. Dann jedoch entschied er sich anders und nahm die Tasse in die Hand, wobei er ein paar leise Worte in der kehligen Sprache der Dunkelelben an Orven richtete. Kurz darauf wallte die Flüssigkeit auf und dampfte wieder heiss und aromatisch. Manchmal schmeckte Tee sogar besser, wenn man ihn noch einmal aufgoss. Mit Besuch oder irgendeiner Störung rechnete der Priester mit dem langen silbernen Haar an diesem Abend nicht mehr. Deswegen lehnte er sich zurück und nahm einen langsamen Schluck.

28.09.2018 22:48 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen

Dorald

Höhlenschlange


NAMENSLIED
Dorald aus dem Hause Toda‘a‘gog
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Da stand er nun vor dem riesigen Gebäude, das vor Glasmosaiken nur so strotzte. Ein recht protziges Anwesen, das nur zu gut zu den Beradrens passte. Lange Zeit hatte er es gemieden. Viel zu viele Erinnerungen an alte Zeiten lagen darin. Außerdem wohnte in diesem Haus einer seiner größten Feinde, die den Tod seiner Exfrau mit sich gebracht hatte. Bereits ein gutes Jahrhundert war vergangen, seit ihrem Unfall und dennoch lag er ihm ab und zu immer noch damit in den Ohren. Dorald konnte es Malar nicht übel nehmen, vermutlich hätte er ähnlich gehandelt, wenn es sich um seine Schwester gehandelt hätte. Und es grenzte an ein Wunder, dass er an ihn als Hauptverdächtigen schon längst einen Anschlag verübt hatte, wie so manch anderer Dunkling es getan hätte. Es herrschte Waffenstillstand! So dachte es sich der Kleriker zumindest, bis jetzt. Denn das was Malar nun getan hatte würde er nun bitter bereuen müssen. Dorald griff nach seinem Beutel, den er einst von Orven höchstpersönlich erhalten hatte und klammerte sich an sein Turmalinmedallion und beschritt jenen Pfad, der ihm geradewegs in Richtung Eingang führte.

Einige Augenblicke zuvor war dies noch ein ereignisloser Tag, wie jeder andere. Bis auf eine Kleinigkeit. Seine Frau war nicht mehr von ihren Einkäufen zurück gekehrt. Niemand konnte ihm sagen, wo sie war, geschweige denn was geschehen war. Es war alles so verzwickt und wie immer in einer derartigen Situation musste Dorald die Sache selbst in die Hand nehmen und Nachforschungen stellen. Es war nicht sonderlich viel Zeit vergangen und sie konnte nicht weit sein. So begab er sich auf jenen Weg, den Saverijn sonst immer nahm. Sie war in dieser Hinsicht sehr berechenbar und nahm das Risiko vom Weg abzukommen nur sehr selten in Kauf. Wer auch immer das war, er musste etwas derartiges wissen und dennoch dreist genug sein um sich mit dem Kleriker anzulegen.

In Begleitung seiner Leibwächter Darlos und Aramu nahm er die Untersuchungen auf. Hier und da entdeckte er eine Spur, konzentrierte sich darauf, was geschehen war. Nur fragmentenhaft konnte er diese Dinge wahr nehmen. Lag es womöglich an einem Mangel an Konzentration oder waren jene Gegenstände die er fand zu belanglos um etwas daraus zu lesen? Doch plötzlich entdeckte er etwas anderes, nicht weit entfernt vom Callahin bwael. Eine Haarnadel. Daran hing ein blondes Haar, das der Kleriker unverkennbar als jenes seiner Frau identifizieren konnte. „Haltet mir den Rücken frei, solange ich mich konzentriere“, sprach er zu seinen Wächtern. Aramu nickte und auch Darlos stieß ein kurzes Brummen von sich, was man sehr gut als ein Ja identifizieren konnte. Und so setzte sich der Kleriker auf den kalten Boden um seine Erdung zu finden und klammerte sich mit einer Hand um die Nadel, ehe er die Augen schloss und sich konzentrierte.

Schreie drangen durch sein Ohr. Es waren die Schreie seiner Frau, zwar dumpf aber dennoch deutlich genug, so als wären sie hier. Dorald zuckte kurz zusammen, brauchte einen Moment um sich wieder zu sammeln und setzte sein Ritual fort. Jemand stülpte ihr einen Sack über den Kopf und zog sie mit sich … Kälte breitete sich aus ... dann war alles dunkel. Er konnte einige weitere Stimmen vernehmen. Sie unterhielten sich angeregt darüber, was sie mit der Gefangenen machen wollten. Der Kleriker konnte sie nur ganz schlecht verstehen. Schritte … ein Klopfen an einer Tür. Dann sah er eine rote Robe, wie jene eines Priesters … wieder dieses Klopfen, diesmal etwas lauter und deutlicher. Dorald atmete noch einmal tief ein und aus. Was hatte es bloß mit diesem Klopfen auf sich? Konnte es sich hierbei doch um das Klopfen eines Stocks handeln. Ein Spazierstock vielleicht? Spazierstock ... Der Kleriker konnte sich zunächst keinen Reim daraus machen. Und dennoch visualisierte er nun einen stabartigen Gegenstand, der auf dem Boden klopfte. Ja … da war es wieder dieses dumpfe pochende Geräusch. Doch dies war kein Spazierstock, eher eine Art Gehstock zusammen mit der roten Robe, die er kurz zuvor bereits gesehen hatte. Er konzentrierte sich weiter, versuchte seinen Blick nach oben zu richten, um jene Person zu erkennen, die irgendetwas mit der Entführung zu tun gehabt hatte. Langes weißes Haar war vor seinem inneren Auge erkennbar. Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Dorald kannte nur eine Person, die ein derartiges Auftreten hatte. Malar Beradren! Ja natürlich. Warum war er nicht früher darauf gekommen? Der Priester grollte ihm ohnehin schon sehr lange Zeit hinterher. Was, wenn er nun endgültig den Verstand verloren hätte und sich nun an ihn rächen wollte. Dorald öffnete seine Augen und erhob sich, während er den Staub von seiner dunklen Robe klopfte. Seine Mimik war verhärtet, zeugte von Entschlossenheit. Seine Lippen bebten. Oh, dieser Priester konnte was erleben. Am besten heute noch!

Wild entschlossen und blind für weitere Details begab sich der Kleriker nun zusammen mit einigen Kriegern in das nördliche Viertel Blackhearts. Zum Shanaal Rothe, den Sitz der Beradrens. Einige Wachen standen vor dem Tor. Doch davon ließ sich der Toda´a´gog keineswegs abschrecken. Ein strenger Blick in ihre Augen und sie waren zu Stein geworden. Ein vielsagendes Nicken in Darlos Richtung und er machte sich daran die Türe aufzubrechen. Zielstrebig begab sich der Kleriker in das Anwesen. Dann blieb er stehen und erhob seinen Arm in dem er Orvens Faust hielt. Mit zufriedenem Lächeln vernahm er, wie der Boden zu vibrieren begann. Orven war ihm nach, wie vor wohlgesonnen und so fing er an dieses Beben zu verstärken. Die wenigen Bilder an den Wänden begannen zu wackeln. Rasch stoppte der Kleriker wieder, denn es war nicht die Absicht dieses Haus in Schutt und Asche zu legen … noch nicht. „Malar Beradren. Ich weiß, dass Ihr hier drinnen seid“, riet er einfach mal ins Blaue. Wo sonst sollte er um diese Zeit stecken? „Ich verlange eine Erklärung!“, rief er in scharfem Ton. Seine Stimme hallte durch die Gänge während er auf das Auftauchen und eine Antwort des vermeintlichen Entführers wartete. Das konnte doch nur ein übler Scherz sein!

29.09.2018 21:31 Dorald ist offline Email an Dorald senden Beiträge von Dorald suchen

Malar

Heisser Feger


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Malar Beradren
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Strammen Schrittes, unaufhaltsam, näherte sich das Verderben den düsteren Toren von Shanaal Rothe. Allein die Bewohner des Hauses, die Wachen, Bediensteten und Sklaven, ja selbst die Herrschaften ahnten nichts davon. Sie lagen in ihren Betten, gingen ihren Vergnügungen und Beschäftigungen nach oder arbeiteten noch, so wie es der Hausherr tat, der dafür bekannt war stets der Letzte zu sein der schlafen ging. Noch niemals hatten die Kleriker den Beradrens einen offiziellen Besuch abgestattet. Malar war ein Priester der 70 Anhänger Orvens und Spross eines einflussreichen Hauses, welches bereits zur Aristokratie gehört hatte als dieser Stand noch etwas bedeutete. Man überlegte es sich zweimal, das Haus Beradren irgendeiner Tat zu bezichtigen für die man keine eindeutigen Beweise hatte. Und wenn doch etwas vorlag, sorgten Geld und Verbindungen dafür, dass die Anschuldigungen schnell wieder vom Tisch verschwanden.

Das Haus war hell erleuchtet, sodass man die blutroten Scheiben der Mosaikfenster, die dem Anwesen seinen Namen verliehen, bereits von Weitem sehen konnte. Es war fürwahr ein prächtiges Bauwerk mit Zinnen, Erkern und Türmen, die hochauf in die ewige Nacht Blackhavens ragten. Lichtkristalle und Kaminfeuer, sowie Unmengen von Kerzen sorgten in seinem Inneren für warmen, goldenen Schein, der sich in schwarzem und rotem Marmor spiegelte, und schwere Möbel aus nachtschwarzem Holz mit seinem Glanz übergoss. Mitten in die ehrwürdige Stille hinein drang jedoch plötzlich hässliches Knirschen und Knacken. Das Eingangsportal wurde mit Wucht aufgestoßen und Männer stürmten herein, enterten die Empfangshalle und brachten sich vor den Treppenaufgängen in Position. Ein Luftzug fegte durch das Haus und liess die Feuer in den Kaminen auflodern und Kerzenflammen sich neigen. Wo waren die Wachen?

Malar hatte bereits bei den ersten Geräuschen den Kopf gehoben und griff nun alarmiert nach seinem Gehstock, um sich so schnell wie möglich aus dem bequemen Sessel zu erheben. Dummerweise war "so schnell wie möglich" nicht so schnell wie er gern gehabt hätte. Das müde, schmerzende Bein war der Ansicht seinen Dienst für heute schon erfüllt zu haben, und so dauerte es eine Weile bis er endlich auf seinen zwei Füssen stand. Viel zu lange für Malars Geschmack, was ihn dazu verleitete dem unwilligen Bein einen Schlag mit dem Stock zu verpassen. Das half manchmal - zumindest gegen den Frust.

Malar Beradren. Ich weiß, dass Ihr hier drinnen seid!

Er kannte die Stimme, die klar vernehmlich durch das Haus hallte und bis in jeden Winkel vordrang. Dorald! Was in Orvens Namen hatte der mutmaßliche Mörder seiner Schwester hier zu suchen...? Der Boden unter ihm begann zu vibrieren, was die Fortbewegung nicht einfacher machte. Einen lästerlichen Fluch auf den Lippen zerbeißend beeilte sich Malar zur Tür zu kommen und hinaus in die grosse Halle zu treten, in der gewöhnlich Besucher empfangen wurden und Bankette stattfanden. Ruhig, gemahnte er sich und versuchte tief durchzuatmen. Da stand er. Dorald. Mit flammendem Blick, die Faust erhoben und ein siegesgewisses Grinsen im Gesicht. Oh, wie gern wäre Malar auf ihn zugestürmt, hätte ihn am Kragen gepackt und ihn gefragt was der Auftritt hier sollte. Wunsch und Wirklichkeit waren jedoch zwei Paar Schuhe, wenn man ohne einen Stock keine fünf Schritte weit kam.

Also bemühte sich der Hausherr um eine aufrechte Haltung und strich seine lange, scharlachrote Robe glatt, in deren Säume und Aufschläge goldene Stickereien gewirkt waren. Das lange Haar fiel in offenen Kaskaden wie ein silberglänzender Wasserfall über Schultern und Rücken. Immer noch war der hochgewachsene Priester eine beeindruckende Erscheinung, und genau das war auch beabsichtigt. Den Gehstock mit dem silbernen Knauf plazierte er vor sich und legte locker die Hände darauf. Jedenfalls wirkte es so als täte er das.

"Natürlich bin ich hier, wo sollte ich um diese Zeit wohl sonst sein?" Ein Knurren in der Stimme verriet mehr als deutlich das Missfallen des Priesters. Die rubinfarbenen Augen waren so pfeilgerade auf Dorald gerichtet, als wollte ihr Blick aus dessen Rücken wieder heraus ragen. Was mit den Wachen am Tor passiert war und warum sie nicht eingriffen, konnte sich Malar inzwischen denken. Mit hoher Wahrscheinlichkeit lebten sie nicht mehr. "Eine Erklärung verlangt Ihr, Dorald Tod'a'gog? Hat es Orven gefallen Euren Geist zu umnachten? Ich hoffe, Ihr könnt mir eine verflucht gute Erklärung liefern, warum Ihr meine Wachen niedermetzelt, meine Tür zertrümmert und ohne Anmeldung mit Euren Schergen in meinem Haus steht!" Mit einer anklagenden Geste deutete er auf das Chaos in seiner Empfangshalle. Es war unschwer an der Miene des Rotgewandeten abzulesen, dass der Zorn und die Empörung echt waren. Malar Beradren wusste anscheinend wirklich nicht, wie ihm gerade geschah.

30.09.2018 09:32 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen

Dorald

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Da stand er nun mitten drin in diesem eindrucksvollen Gemäuer, das er in den letzten Jahrzehnten liebend gern gemieden hatte. Zumindest in physischer Hinsicht. Seine Spionin hatte ihre Arbeit gut gemacht. Neben wichtigen Informationen hatte sie ihm auch hin und wieder den einen oder anderen Gegenstand gebracht, an dem ebenfalls die eine oder andere Erinnerung hing. Mit etwas Konzentration konnte der Kleriker diese recht schnell lesen konnte, ehe sie wieder zurück an ihrem rechten Platz landeten, noch bevor jemand bemerkte, dass sie weg waren. Dennoch war es ein großer Unterschied, ob man so etwas in seinen Gedanken sah oder tatsächlich in dieser prachtvollen Eingangshalle stand. Die Kristalle und Kerzen sorgten für ein beeindruckendes Lichtspiel. Überall waren rote Mosaike zu sehen, die recht typisch für diesen Palast bestanden, der ungewöhnlicherweise zu großen Teilen aus Glas bestand. Wie viel das alles wohl gekostet haben mochte? Und eines musste man den Beradrens doch noch lassen, sie hatten einen wirklich einzigartigen und unverkennbaren Stil.

Nachdem der Kleriker sich nun aufsehenerregend angekündigt hatte, holte er noch einmal tief Luft und wartete ab, was geschehen würde. Würde Malar den nötigen Schneid mitbringen, ihm entgegen zu treten oder würde er sich verziehen wie eine feige Ratte, weil er es so schnell heraus gefunden hatte? Und tatsächlich … nach wenigen Augenblicken stand er auch schon da, wie eine Diva auf einer Modenschau, in scharlachroter Robe, lang genug, um damit mühelos den Boden zu fegen. Wie praktisch! Man ersparte man sich doch einige Diener, wenn man Kleidung trug, die sämtlichen Staub auf sich nahm, welcher sonst den Boden bedeckt hätte. Und gleichzeitig wiederum war es auch recht unpraktisch, denn man konnte dabei so leicht fallen und sich etwas brechen. Ob der Priester deshalb dieses Stöckchen mit sich trug? Oder war es doch nur ein neuer modischer Trend von dem Dorald wieder einmal keine Ahnung hatte?

"Natürlich bin ich hier, wo sollte ich um diese Zeit wohl sonst sein?" Dorald blieb standhaft und verzog keine Miene als sein ehemaliger Schwager auch noch anfing zu knurren. „Keine Ahnung … vielleicht bei einem Treffen mit zwielichtigen, grenzdebilen Kreaturen, um zu planen, wie ihr mir wohl auf die dümmste Art und Weise eines rein würgen könntet?“ Der Kleriker schnaubte verächtlich, wartete aber dennoch gespannt auf eine mögliche Erklärung ab. Würde er alles verleugnen oder doch noch einknicken und gestehen? Es sah jedenfalls nicht nach letzterem aus. „Oh, wie interessant. Denn das selbe wollte ich Euch auch gerade fragen.“, erwiderte er die Frage bezüglich des umnachteten Geistes. „Eure Wachen nieder metzeln? Aber nicht doch, das wäre nicht mein Stil. Sie machen nur eine kleine Pause. Aber ich bin nicht hier um mit euch einen Plausch zu fühern.“ Er ging bedächtig auf und ab, seinen Gegner jedoch nicht aus den Augen lassend. „Hört zu, Malar. Meine Geduld ist am Ende. Wir hatten einen Waffenstillstand!“, zischte er ihm entgegen immer noch recht aufgebraucht. Doralds dunkle Augen fixierten den Jüngeren, während er mit eindringlicher Stimme sprach: „Jetzt spielt nicht den Ahnungslosen und sagt mir was ihr mit ihr angestellt habt oder ihr werdet euch wünschen, nie geboren worden zu sein.“

02.10.2018 20:19 Dorald ist offline Email an Dorald senden Beiträge von Dorald suchen

Malar

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In der Tat hatte Malar seinen Schwager - oder sagte man Ehemaliger Schwager, wenn die Schwester bereits verblichen war? - schon seit langen Jahren nicht mehr in seinem Haus begrüsst. Einzig im Tempelviertel lief man sich hin und wieder über den Weg, wechselte aber nur ein Minimum an höflich geziemenden Beleidigungen. Seit Dorald neu geheiratet hatte, kaum dass Munaris Körper erkaltet war, waren sie geschiedene Leute. Oh, er hatte den Tod seiner Schwester noch immer nicht verwunden, und noch immer hielt er eisern an einer Beteiligung ihres Ehemannes fest. Aber in all den Jahren war es ihm nicht gelungen den entscheidenden Beweis zu führen und die Blutfehde gegen das ohnehin dezimierte Haus Tod'a'gog für eröffnet zu erklären. Nicht dass Malar das im Grunde seines Herzens wirklich wollte. Er verabscheute Gewalt, mehr als er sich selbst eingestehen wollte. Aber er hielt es für seine Pflicht. Präziser noch: Es war seine Pflicht. Jeder würde ihn sonst für schwach halten, und ein schwacher Dunkelelb konnte einpacken.

Was allerdings nicht hiess, dass er in letzter Zeit irgendetwas gegen Dorald oder die Tod'a'gogs ausgeheckt hatte. Seit Jahrzehnten herrschte ein gewisser Status Quo, es gab keine neuen Erkenntnisse und keinen Grund etwas an der still dahin schwelenden Feindschaft zu ändern. Der silberhaarige Priester liess seinen Blick auf dem Gesicht seines Kontrahenten verweilen, dessen Ausdruck zu allem entschlossen wirkte. In den dunklen Augen loderte Zorn, während Malars eigenes Antlitz eine gewisse Ratlosigkeit spiegelte. Er ging im Geiste sein Sündenregister durch. Nicht dass es dort nicht ein paar Schandflecke zu bewundern gab, aber etwas was das hier rechtfertigte? Nein. Hatte Floona etwas angestellt? Sein Eheweib war gehässig und rachsüchtig, zu gemeinen Anschlägen in der Lage, die nicht einer gewissen tödlichen Raffinesse entbehrten, aber meist richtete sich ihre Unzufriedenheit gegen ihn oder ihr nächstes Umfeld. Sie besass weder die Kaltblütigkeit, noch die Intelligenz und Weitsicht etwas zu planen, was die Kleriker Blackhearts auf den Plan hätte rufen können. Indes, der Blick des Älteren, der allein auf ihm ruhte und ihn mit unbändigem Hass verfolgte - das war nicht der Blick eines Mannes, der nur seine Arbeit tat. Die Sache war also persönlich.

Der rotgewandete Priester wurde vorsichtig. Soviel Grund zu gerechtem Zorn er auch haben mochte, so gern er dem Unverschämten für sein Eindringen einen Feuerball auf den Pelz gebrannt hätte - es war unklug einen Bluthund zu reizen, dessen Zähne man bereits an der Kehle spürte. Malar neigte den Kopf leicht zur Seite und lauschte erst einmal, während er sich nach vorn auf den Stock lehnte. Nein, seine Gewänder waren nicht so geschnitten dass man über die Säume stolperte, das wäre albern gewesen. Sowie auch überaus kontraproduktiv. Dass er sie nicht aus reinem Modebewusstsein trug, ging niemanden etwas an. Sollte man ihn doch für einen Gecken halten, solange man ihn nicht für einen Krüppel hielt. Und das tat Dorald nicht, sonst hätte er sich diese Schwäche längst zunutze gemacht. Malar registrierte das mit einer gewissen Beruhigung. Was allerdings nicht hiess, dass die Situation so bleiben musste. Ein wenig Beschwichtigungspolitik konnte also nicht schaden. Der Silberhaarige atmete tief durch und stellte sich vor seinem geistigen Auge ein langsam herunterbrennendes Kaminfeuer vor. Das half meistens den Zorn unter Kontrolle zu bekommen.

"Nun, wie Ihr seht ist dem nicht so", entgegnete er mit erzwungener Ruhe und in fast schon liebenswürdigem Tonfall. "Die einzig grenzdebile Person, die Ihr hier finden werdet, ist sicher nicht die nach der Ihr sucht. Also geht das etwas genauer, wenn es keine Umstände macht? Vielleicht verratet Ihr mir bei der Gelegenheit auch gleich, welch dummen Reinwürgens ich beschuldigt werde. Ich habe nämlich keine Ahnung wovon Ihr sprecht." Die eben noch wütend aufeinander mahlenden Kiefer entspannten sich. Nicht dass die Wachen am Tor nicht ersetzbar gewesen wären. Aber es war doch ein Akt des Respekts, sie nicht gleich zu töten. Sklaven waren teuer. Eine bissige Bemerkung über den mangelhaften Stil beim Aufbrechen der kunstvoll geschnitzten Eingangstür verkniff Malar sich klugerweise. Es war im Grunde Kindergezänk. Scheinbar locker auf seinen Stock gelehnt - der ein Modeaccessoire sein konnte oder auch nicht - folgte er dem herumtigernden Kleriker mit dem Blick. Solange Dorald nicht in seine Nähe kam, bestand keine Gefahr und er durfte seine überlegene Position behalten. Er sollte nur darauf achten, nicht zu überlegen zu wirken.

"Tja, es tut mir ernsthaft leid Eure Geduld derart zu strapazieren, werter Schwager." Tat es nicht. Malar wusste das, und Dorald wusste das. Es war nur eine Floskel. Schliesslich war der Kleriker in sein Haus eingefallen um ihn mit abstrusen Vorwürfen zu überhäufen, nicht umgekehrt. Und wäre sich der Priester nicht seiner Stellung und der des Anderen bewusst gewesen, er hätte Gift und Galle ausgekübelt. "Tatsächlich habe ich an diesen Waffenstillstand auch geglaubt. Bis... nun ja... eben." Die kleine Spitze gestattete er sich dennoch. Die flammendroten Augen glühten im Schein des Kaminfeuers, während sie dem durchbohrenden Blick der dunklen trotzig standhielten. "WAS, bei Orvens ewiger Nacht, soll ich mit wem angestellt haben? Ihr sprecht in verfluchten Rätseln, Dorald! Wenn Ihr nicht Klartext redet, werde ich kaum etwas gestehen können, nicht wahr?" Eine zwingende Logik, mit der er hoffte seinem Kontrahenten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sofern der nicht bereits allzu fest entschlossen war irgendwen auf's Rad zu flechten. Wenn es um Rache ging, nahm man es in Blackheart mit Schuld und Unschuld nicht so genau. Hauptsache ein Kopf rollte. Malar hatte selbstredend ein vitales Interesse daran, dass dies nicht seiner war.

03.10.2018 06:56 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen

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Die Blicke der beiden Dunkelelben trafen sich, gleich zwei Raubtieren, dich sich vorsichtig aneinander heran tasteten, um zu sehen wer von ihnen stärker sei. Doch das hier war etwas ganz anderes. Immerhin ging es hier nicht um eine Beute für die sie sich ganz zufällig beide interessierten. Das hier war etwas Persönliches. War es Einbildung oder lag etwa eine gewisse Verworrenheit im Blick seines Kontrahenten? Hatte er etwa nicht geahnt, dass der Kleriker ihm so schnell auf die Schliche kommen würde? Oder war es lediglich eine List, um ihn doch ein wenig zu verunsichern? Dorald jedenfalls war viel zu entschlossen um genauer darüber nachzudenken. Er hatte seinen Schuldigen gefunden! Jetzt musste er nur noch heraus kriegen, was er mit Saverijn gemacht hatte, um sie wieder zu bekommen und den Verräter anschließend schnellstmöglich zu entsorgen. Dabei war ihm jedes Mittel recht. Denn ob er nun Malars Schwester getötet hatte oder nicht, niemand hatte das Recht ihn auf diese Art und Weise anzugreifen, geschweige denn Doralds Frau auch nur ein Haar zu krümmen. Als würde sein Gegenüber etwas derartiges spüren, hielt er sich mit seinem Temperament zurück.

Es war also nicht so, dass er sich mit zwielichtigen Kerlen traf. Na und? Das tat nichts zur Sache. Wären die Umstände anders, so hätte er bei der grenzdebilen Person im Haushalt womöglich sogar gelacht, doch die Situation war viel zu angespannt, um auch nur eine einzige Regung zu zeigen. Immer noch von einer gewissen Skepsis zeugend war der Blick des Dunkelhaarigen, während das Rotauge ihm doch tatsächlich für dumm verkaufte. Er hatte keine Ahnung, wovon er sprach, dass er nicht lachte.

„Tut es das?“, fragte Dorald noch einmal nach, nur um irgendwas zu sagen, als der Schwager ihm mitteilte, es täte ihm ernsthaft leid seine Geduld zu strapazieren. Tat ihm überhaupt irgendetwas leid? Natürlich glaubte er nicht daran. Allerdings hatte Dorald inständig darauf gehofft, dass er zumindest genug Ehre und Verstand besaß um sich an den Waffenstillstand zu halten. Immer noch hielt er sich daran fest nichts zu wissen. Was für ein heuchlerischer Mistkerl er doch war. Dorald ermahnte sich zur Ruhe, denn es würde nicht mehr viel fehlen und er wäre ihm soeben an den Hals gesprungen. „Ihr braucht nicht zu gestehen, Kollege. Denn ich weiß längst, dass ihr es gewesen seid.“ Zumindest wusste er einen Teil davon. Viel schlimmer aber war diese verdammte Ungewissheit. „Meine Frau … sie ist nicht zurück gekehrt und ich weiß, dass sie bei euch war. Die einzige Spur hat mich mit Hilfe von Orvens Segen direkt zu euch geführt. “ Eine gewisse Ruhe lag in seinen Worten, trügerische Stille, wenn man bedachte, dass die Rache des Geduldigen weitaus schlimmer sein konnte, als jenen, der voller Zorn alles kurz und klein schlug. „Ich habe einen Vorschlag. Bringt mir auf der Stelle meine Frau zurück und ich werde es euch nachsehen.“ Würde er nicht, aber das musste er Malar nicht auf die Nase binden. „Tut ihr es nicht, so werdet ihr eines langsamen und qualvollen Todes zugrunde gehen. Na, wie klingt das?“ Ein kurzes Lächeln zeigte sich auf Doralds Lippen, das jedoch seine Augen nicht erreichte.

07.10.2018 18:14 Dorald ist offline Email an Dorald senden Beiträge von Dorald suchen

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"Hmpf..." Der Rotgewandete brummte leise auf die Frage hin, die lediglich rhetorischer Natur war. Jede Antwort, ob ehrlich oder nicht, hätte nur dazu beigetragen den Kleriker noch weiter gegen sich aufzubringen. Vorsicht war angebracht. Malar Beradren hielt seinen Schwager zwar für einen Hundsfott und Schwestermörder, aber das machte ihn nicht weniger gefährlich. Kraft seines Amtes konnte Dorald ihn mit Leichtigkeit in irgendwelchen Katakomben verschwinden lassen, wo kein Hahn mehr nach ihm krähen würde. Weder seine gesellschaftliche Stellung, noch sein Rang als Priester der Siebzig schützten ihn davor. Aus diesem Grund war ihm vorrangig daran gelegen, das Missverständnis - denn um ein Solches konnte es sich nur handeln - aus der Welt zu schaffen.

Dummerweise jedoch schien nichts von dem was er sagte den Tod'a'gog zu überzeugen. Verfemt bis ins siebzehnte Glied sollte dieser Sturschädel sein! Wie kam der Kerl nur darauf, mir nichts dir nichts in sein Haus einzudringen und ihn irgendeines Verbrechens zu beschuldigen, mit dem er nichts zu schaffen hatte? Malar atmete tief durch und versuchte eine entspannte Haltung einzunehmen, was gar nicht so einfach war, wenn man nur ein Bein und einen Stock zur Verfügung hatte. Immerhin - noch redete Dorald, und hatte ihn nicht längst ergreifen und aus dem Haus zerren lassen. Was darauf schliessen liess, dass er sich seiner Sache vielleicht doch nicht so sicher war. Möglicherweise gab es doch noch eine Chance, mittels vernünftiger Argumente die haltlosen Anschuldigungen zu entkräften. Zorn und Sarkasmus hatten ihre Wirkung jedenfalls bisher verfehlt. Wenn er doch nur endlich mit der Sprache herausrücken würde, bei Orven!

"Wie praktisch", konnte sich der Priester eine bissige Bemerkung nicht verkneifen, als ihm beschieden wurde nichts gestehen zu müssen, da seine Schuld bereits erwiesen war. Er öffnete gerade den Mund um geharnischt nachzulegen, als da doch noch etwas kam, womit er nicht gerechnet hatte. Malar klappte den Mund erst einmal wieder zu und starrte den Kleriker ungläubig an. Es vergingen einige Sekunden, in denen man die Holzscheite im Kamin leise knacken hören konnte. Ansonsten war die Stille im Raum mit dem Messer in hauchdünne Scheiben zu schneiden. Schliesslich räusperte sich der Silberhaarige. "Eure... Frau? Die Köchin?" vergewisserte er sich. Wie hiess sie noch - Saverijn? Sie besass ein Speiselokal in der Stadt, in dem auch Malar bereits zu Gast gewesen war. Aus purer Provokation verstand sich, und natürlich nicht ohne sich über das - zugegeben vorzügliche - Essen zu beschweren. Noch ärgerlicher aber war die Tatsache, dass die Wirtin eine durchaus freundliche und zuvorkommende Person war. Denn wie gern hätte Malar Beradren seinem liebstgehassten Schwager eine giftspritzende Megäre an den Hals gewünscht. Nun gut, aber... sie war verschwunden? Entführt? Und ausgerechnet bei ihm sollte sie gewesen sein?

So absurd das alles auch war - es sah schlecht für ihn aus. Irgendjemand schien da etwas sehr geschickt eingefädelt zu haben. Wer glaubte schon dem Mann, der einem seit vielen Jahren den Tod der ersten Ehefrau nachtrug, wenn der versicherte nichts mit dem Verschwinden der zweiten Ehefrau zu tun zu haben? In gewisser Weise konnte Malar seinen Schwager sogar verstehen. Hätte er denn an dessen Stelle anders gehandelt? Die Antwort darauf konnte nur Nein lauten. Verdammt, was sollte er sagen? Noch einmal seine Unschuld beteuern? Das würde wahrscheinlich ebensowenig einen Effekt haben wie die Male zuvor. Dorald war hier, und er wollte Blut sehen. Das sagte ihm der flammende Blick und die Drohung unmissverständlich. "Ich weiss, es spricht Vieles gegen mich, und Ihr habt keinen Grund mir zu glauben", nickte er langsam. "Aber vielleicht... erhalte ich die Chance meine Unschuld zu beweisen, bevor Ihr mich ausweidet oder was auch immer Ihr vorhabt? Denn selbst wenn ich wüsste wo sich Euer Eheweib befindet, könnte ich es tot nicht mehr verraten. Nicht wahr?"

Es war ein kühnes Spiel, was Malar hier trieb. Ein Spiel mit dem Feuer. Denn indirekt hatte er gerade in Aussicht gestellt, vielleicht doch etwas über den Verbleib Saverijns zu wissen. Und er konnte nur darauf hoffen, dass Schmerz und Zorn den Verstand seines Schwagers noch nicht ganz umnebelt hatten und er die Logik dahinter durchschaute.

07.10.2018 21:44 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen

Dorald

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Wenn Blicke töten könnten … es war ein überaus interessantes Katz und Maus-Spiel, welches die beiden ungleichen Priester hier trieben. Doralds Geduldsfaden war dünn wie ein Haar und dennoch gab es immer wieder Leute, die meinten daran ziehen zu müssen. Zuletzt war es auch einer seiner Leibwächter, der diese Geduld zu sehr überstrapaziert hatte. Malar jedoch schien klug zu sein, gab lediglich einen Laut von sich, nicht mehr als nicht weniger, als der Kleriker seine vermeintlich höfliche Floskel in Frage stellte. Dies machte Dorald jedoch nicht weniger angriffslustig. Immerhin hatte er mit ihm noch eine Kammechse zu schuppen. So ließ er ihn nach, wie vor nicht aus den Augen, achtete dabei auf jedes noch so kleine Anzeichen in seinen Gestiken und Mimiken, damit ihm auch wirklich nichts entging.

"Wie praktisch", erwiderte dieser beinahe schon Zähne fletschend. Was hatte er sich gedacht? Dass er einfach so damit durchkam, wenn er die Frau eines Klerikers entführte? Konnte jemand tatsächlich so dumm sein? Dorald kniff leicht seine Augen zusammen, die ihn mit einem messerscharfen Blick fixierten, aber ansonsten keinerlei Regungen zeigten. Doch dann schien es so, als wäre der Priester der siebzig dennoch etwas überrascht. Es vergingen einige Augenblicke in denen absolute Stille herrschte, ehe er sich räusperte. "Eure... Frau? Die Köchin?" „Ja, die meine ich“, antwortete der Kleriker mit immer noch scharfer Stimme. Dann seufzte er. „Ich weiß, es ist nicht leicht das zu akzeptieren. Aber eure Schwester hat vor einem guten Jahrhundert das Zeitliche gesegnet. Da ist es durchaus legitim, dass ich mich erneut vermähle, dafür brauche ich euren Segen nicht.“ Er bemühte sich dabei neutral zu bleiben und nicht allzu abfällig über Munari her zu ziehen. Immerhin hätte er sich im umgekehrten Fall auch etwas mehr Verständnis gewünscht.

„Also, ich frage euch jetzt noch einmal. Wo ist Saverijn?“, versuchte er es noch einmal mit Nachdruck. Doch Malar beteuerte nach, wie vor seine Unschuld. Dorald schürzte die Lippen. Am liebsten wäre er ihm auf der Stelle an die Gurgel gesprungen, wenn er nicht bald mit der Sprache heraus rückte. Er hatte immerhin genug gesehen und auch wenn Malar, so wie er sagte, unschuldig war, so musste er zumindest etwas wissen. Stattdessen jedoch wollte er seine Unschuld beweisen. Wollte er ihn jetzt ernsthaft auf den Arm nehmen?

„Ihr wollt also immer noch eure Unschuld beweisen?“, fing Dorald an und überlegte. Am liebsten wollte er ihn mit in den Folterraum verschleppen, doch vermutlich würde er nicht sonderlich viel von ihm heraus kriegen. Es wäre auch äußerst töricht ihn alleine zu lassen. Denn dann hätte dieser immer noch die Gelegenheit Beweise zu fälschen, falsche Fährten zu legen oder sich mit Saverijn aus dem Staub zu machen. „Na schön … ihr erhaltet noch eine letzte Chance. Aramu, Darlos ...“ Damit wandte er sich schnippisch zu seinen beiden Leibwächtern. „Ich hoffe ihr habt heute nichts vor, denn so wie es aussieht werden wir wohl noch eine Weile hier bleiben.“ Ein süffisantes Lächeln zeigte sich auf seinen Lippen. „Ihr habt doch nichts dagegen, wenn ich euch dabei helfe Malar Beradren“, fragte er den Priester eindringlich. Aus seinem Ton konnte man deutlich heraus hören, dass er ein Nein nicht akzeptieren würde. Und dass dies kein lustiges Beisammen sitzen zweier Gleichgesinnter werden würde, sollte ihm auch bewusst sein. Dennoch sollte er einsehen, dass es immer noch angenehmer war als ein Aufenthaltsort in der Folterkammer. Und Dorald selbst konnte durchaus etwas Ablenkung gebrauchen, bevor er in das leere Haus zurück kehren würde. Ob nun mit oder ohne seiner Frau.

21.10.2018 14:00 Dorald ist offline Email an Dorald senden Beiträge von Dorald suchen

Malar

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Malar spürte, dass er rein metaphorisch auf hauchdünnem Glas tanzte. In der Gerichtsbarkeit der Dunkelelben gab es so etwas wie eine Unschuldsvermutung nicht. Schuldig war, wer angeschuldigt wurde. Es sei denn, dem armen Tropf gelang es zu beweisen dass die Vorwürfe unzutreffend waren. Wieviele Unschuldige schon im Kerker verschmachtet oder auf sonstige Weise in den Katakomben Blackhearts verschwunden waren, konnte niemand genau sagen. In Malars Fall wog die Anklage sogar besonders schwer, da es ein Kleriker war der ihn beschuldigte. Sogar höchstpersönlich. Der Priester kochte innerlich, aber er war kein Dummkopf. Er wusste dass er seinen Kopf jetzt nur aus der Schlinge ziehen konnte indem er Diplomatie und Fingerspitzengefühl walten liess - und vor allem einen kühlen Kopf bewahrte. Wüten und Zürnen würde nicht helfen, sondern ihn allenfalls noch schuldiger erscheinen lassen. Oh, wenn er denjenigen erwischte, der ihm dieses Ei ins Nest gelegt hatte...

Zunächst einmal malte sich jedoch eine Überraschung auf den Zügen des Priesters, die kaum gespielt sein konnte. Zumal Malar Beradren für alles Mögliche bekannt war, aber sicher nicht für sein komödiantisches Talent. Das Leben hatte auch bei ihm seine Spuren hinterlassen, und es kam nur noch selten vor dass er überhaupt eine Miene verzog. Meist war sein Gesicht so unbewegt und starr wie der Stock, der sein ständiger Begleiter war. Der silberhaarige Elb atmete tief durch und betrachtete sein Gegenüber nun ruhig und nachdenklich - man konnte sogar fast meinen, so etwas wie Anteilnahme in den rubinfarbenen Augen schimmern zu sehen. Malar wusste wie sich Verlust anfühlte. Der Schmerz unter der schäumenden Wut des Klerikers war deutlich zu spüren.

"Geschenkt", schüttelte er den Kopf und lehnte sich auf seinem Stock nach vorn, um das schmerzende Bein zu entlasten. Er konnte um diese Tageszeit nicht mehr lange stehen, aber die Situation erlaubte kaum eine Bitte sich setzen zu dürfen. "Natürlich braucht Ihr dazu meine Erlaubnis nicht." Das wusste Dorald so gut wie er selbst. "Und auch wenn ich es Euch nachtrage dass Ihr Euch so schnell getröstet habt, betrachte ich das als mein Problem, nicht Eures. Munari ist tot. Nichts auf der Welt kann sie zurück bringen." Natürlich hatte er ihren früheren Ehemann nach über einem Jahrhundert immer noch im Verdacht, etwas mit ihrem Tod zu tun gehabt zu haben. Echte Unglücksfälle geschahen in Blackheart schliesslich viel seltener, als dass jemand beim Sterben nachhalf. Aber er musste auch zugeben, dass er ihm in all den Jahren nichts hatte nachweisen können. Inzwischen war sich seiner Sache selbst nicht mehr sicher, aber den Groll hielt er dennoch aufrecht. Was hätte er auch sonst tun sollen? Trauer war etwas für Schwächlinge, und eine Schwäche konnte er sich nicht leisten.

"Ihr stellt die falsche Frage, Dorald." Die Stimme des Priesters klang nicht mehr angriffslustig oder sarkastisch. Im Gegenteil sogar sehr ruhig und überlegt. "Die richtige Frage müsste lauten: Wer profitiert von der Entführung Eurer Frau? Wenn Ihr genauer darüber nachdenkt, werdet Ihr feststellen dass ich es nicht bin." Das konnte man selbstredend so und so sehen. In materieller Hinsicht hatte Malar ganz sicher recht. Seine Familie war mächtig und verfügte über genügend Ressourcen, um sich nicht durch Schurkenstreiche ein Zubrot verdienen zu müssen. Allein der Gedanke war absurd. Persönliche Gründe waren jedoch ein anderes Thema, und da konnte sich durchaus ein Motiv konstruieren lassen. Andererseits lag der Tod von Malars Zwillingssschwester lange zurück, und Dorald war schon eine ganze Weile neu verheiratet. Es gab keinen nachvollziehbaren Grund, warum der Bruder seiner verstorbenen Frau ausgerechnet jetzt auf eine solche Idee kommen sollte?

"In der Tat, das beabsichtige ich", nickte der Mann in der roten Robe bekräftigend und hob das Kinn, was entschlossener wirkte als es war. Malar hatte nämlich derzeit nicht den Schimmer einer Ahnung, wie ihm der Beweis seiner Unschuld gelingen sollte. Er verfügte ja nicht einmal über einen Anhaltspunkt, wer hinter dieser offensichtlichen Intrige gegen ihn stecken könnte. Aber immerhin gewann er auf diese Weise Zeit, die sich als wertvoll erweisen konnte. Zumindest war es möglich sie sinnvoller zu nutzen, wenn man sie nicht im Kerker oder auf einer Folterbank verbrachte.

Mit dem was dann kam, hatte der silberhaarige Priester allerdings sichtlich nicht gerechnet, weshalb ihm ein wenig die Kinnlade abwärts klappte. Wirklich? Allen Ernstes wollte sich der Kleriker samt Gefolge bei ihm einquartieren? Na schön... Die Überraschung dauerte nur einen Wimpernschlag, dann hatte sich der Hausherr wieder in der Gewalt und stiess mit beherrschter Miene dreimal den Stock auf den schwarzen Marmorboden, sodass es weithin durch die Gänge hallte. Sofort eilten Bedienstete herbei und erwarteten beflissen ihre Anweisungen. "Wir haben Gäste", verkündete Malar und neigte den Kopf in Richtung des Klerikers und seiner beiden Leibwächter. Letztere schien er ein wenig zähneknirschend zu betrachten, liess sich aber sonst nichts weiter anmerken. "Richtet die Zimmer im Südflügel her, die mit der Verbindungstür. Ich wünsche dass Seine Exzellenz allen Komfort geniesst, und ich mache jeden von euch persönlich verantwortlich wenn Beschwerden kommen. An die Arbeit!" Mit leicht sauertöpfischer Miene blickte er den Sklaven hinterher, die davon wuselten wie die Höhlenameisen auf der Flucht.

Malar hatte sich nicht lumpen lassen. Die Zimmer im Südflügel waren die besten auf ganz Shanaal Rothe und hohen Gästen vorbehalten. Sie boten einen atemberaubenden Blick über die Stadt und verfügten zudem über ein eigenes Bad. Der Hausherr wandte sich indes wieder Dorald zu und lächelte gewinnend. Er gedachte dem Ruf seines Hauses als Gastgeber gerecht zu werden, selbst dann wenn er dazu genötigt wurde. "Habt Ihr denn bereits zu Abend gespeist, oder darf ich Euch ein Mahl anbieten?" fragte er in liebenswürdigstem Tonfall. Hoffentlich liess sich dieser Cretin darauf ein, damit er sich endlich hinsetzen konnte.

22.10.2018 12:22 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen

Dorald

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Dorald zog eine Augenbraue nach oben, als sich die Augen des anderen Priesters weiteten und sein Gesicht sich in die Länge zog, was wohl als Zeichen von Erstaunen oder Überraschung zu deuten war. Er selbst wollte sich davon keineswegs von seinem Ziel abbringen lassen, seine Frau so schnell wie möglich wieder zu bekommen und sich nicht von seinem Gegenüber zum Narren halten lassen. Zu seinem Glück fielen die bissigen Kommentare in Richtung, er hätte schon wieder eine Frau verloren, aus.

„Das ist wohl wahr“, erwiderte er nüchtern, daraufhin, dass nichts auf der Welt Munari wieder zurück bringen konnte. Natürlich war dies eine tragische und auch bedauerliche Angelegenheit gewesen. Aber der Kleriker war nicht verantwortlich für ihren Tod. Sie hatte sich aus freien Stücken dazu entschieden von dieser Welt zu gehen ohne ihn zu fragen oder nach einer anderen Lösung zu suchen. Weder hatte er sie geschlagen, noch sonst in irgendeine Richtung misshandelt. Im Gegenteil, er hatte immer wieder versucht zu ihr einen Zugang zu finden. Ein unmögliches Unterfangen, denn sie beide waren viel zu unterschiedlich. Nichts desto trotz konnte man es auch als eine Art Schicksal betrachten. Denn hätte er seine damalige Frau nicht verloren, so hätte er Saverijn wohl niemals kennen gelernt und wenn doch, dann hätte er sie höchstens als seine Sklavin halten können, niemals aber als jemand, den er als ebenbürtig erachten konnte.

Dorald schob die Augenbrauen zusammen, als Malar meinte, er würde die falsche Frage stellen. Das war doch wirklich unerhört! Doch ehe er seinen Ärger nachgab, ließ er ihn erst einmal aussprechen und konnte sich ein kurzes Auflachen nicht verkneifen. „Seit wann muss man denn hier in Shallows Earth einen triftigen und profitablen Grund haben, um etwas so dermaßen dummes zu tun? Rache, Neid, Langeweile … es gibt so verdammt viele Motive und Gründe um davon persönlich zu profitieren. Alles in Allem ist mir das Warum völlig gleich. Ihr werdet so oder so dafür bezahlen.“ Wäre da nicht die Tatsache, dass er immer noch auf seine Unschuld plädierte und diese mit allen Mitteln beweisen möchte. Was ein wenig irritierend war, war diese Entschlossenheit. Es wirkte so, als würde er es wirklich ernst meinen. Konnte an seiner Aussage womöglich dennoch etwas dran sein? Das würde sich noch heraus stellen und so beschloss der Kleriker den Priester der 70 in nächster Zeit nicht mehr aus den Augen zu lassen. Früher oder später würde er dennoch einknicken und ihm über den Aufenthaltsort seiner Frau in Kenntnis setzen oder er würde auf andere Hinweise stoßen, die ihm zu ihr führten, so hoffte er. Malar war für ihn im Moment der einzige Anhaltspunkt und er hatte ihn in einer Rückblende deutlich gesehen, dass er zumindest etwas damit zu tun haben musste.

Der Stock wurde ganze drei Mal auf den Marmorboden gestoßen, ehe der Hausherr Dorald und seine Leibwächter als Gäste ankündigte und ihnen ein Zimmer richten ließ. Man konnte ihm seine nicht vorhandene Begeisterung nur allzu gut ansehen. Dennoch bot er ihm sogar ein Abendessen an. Der Kleriker blickte zu ihm die Stufen hoch. „Nichts für ungut … mir ist im Augenblick reichlich der Appetit vergangen.“ Davon abgesehen war sein Gaumen viel zu verwöhnt mit dem Essen, dass Saverijn gekocht hatte. Etwas anderes würde ihm ohnehin nicht wirklich schmecken. Herausfordernd blickte der Kleriker Malar an. „Also nur zu ... fangt an, wie ihr es normalerweise zu tun pflegt, wenn ihr vorhabt eure Unschuld zu beweisen.“ Ein kaltes Lächeln zeigte sich auf seinen Lippen, denn er glaubte nicht, dass es ihm gelingen mochte.

27.10.2018 13:57 Dorald ist offline Email an Dorald senden Beiträge von Dorald suchen

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Bissige Kommentare waren für gewöhnlich etwas, was oft und gern und zu jeder Gelegenheit über die Lippen des Hausherrn kam. Aber jetzt im Moment war er selbst dazu zu überrascht. Abgesehen davon, dass es seine Position sicher nicht gefestigt hätte den Kleriker weiter zu reizen. Immerhin hatte er ihm schon ein halbes Zugeständnis abgerungen, denn Malar stand immer noch hier in seinem Haus und redete, anstatt sich bereits auf dem Weg in die Katakomben unter dem Tempel zu befinden. Es musste also zumindest leise Zweifel geben. Andererseits musste auch irgendeinen erhärtender Beweis für den Verdacht vorliegen. Denn auch wenn man ein Kleriker und stinkwütend war, drang man nicht einfach so in das Haus eines Priesters der Siebzig ein und beschuldigte ihn ungeheuerlicher Verbrechen, wenn man überhaupt nichts in der Hand hatte. Hier gedachte Malar anzusetzen, denn wenn er erst wusste welche Beweise gegen ihn vorlagen, konnte man sie möglicherweise auch entkräften. Schliesslich konnten sie nur fingiert sein, denn er hatte definitiv nichts mit der Sache zu tun. Dorald war jedoch nicht verpflichtet sie ihm vorzulegen, es genügte wenn er sie besass. Also musste er wohl - oder übel - seinen Ärger hinunter schlucken und versöhnlichere Töne anschlagen, damit er sie überhaupt zu Gesicht bekam.

Ja, es war schon allerhand, einem Kleriker Orvens gegenüber zu behaupten er stelle die falschen Fragen. Aber so in Rage wie Dorald anscheinend war, schien er das Offensichtliche nicht zu sehen. Und auch wenn er aufbrauste und eine Menge Gründe nannte, warum in Blackheart Leute auch ohne besonderen Anlass verschwanden, brachte ihn die Provokation doch zumindest dazu, sich mit Malars Worten auseinander zu setzen.

"Ihr wisst aber sicher auch, dass es in unserer schönen Heimat üblich ist, sich unliebsamer Konkurrenz durch das Spinnen von Intrigen zu entledigen, nicht wahr?" merkte der Rotgewandete an und warf gerade sämtliche Kunst der hohen Diplomatie in die Waagschale, die er in seinem fast 500 Zyklen währenden Leben erschlossen hatte. Vielleicht gelang es ihm ja mit etwas Glück, den Tunnelblick seines aufgebrachten Schwagers zu weiten. Steter Tropfen höhlte schliesslich den Stein, so sagte man. Auch wenn der Kleriker im nächsten Moment wieder alle Einwände vom Tisch wischte und der Priester sich zusammen nehmen musste, um sich nicht einen Laut des Unmuts entlocken zu lassen. Dieser verbohrte, halsstarrige Sohn eins Felsbrockens! So war er früher schon gewesen. Immer stur geradeaus, nur nicht einmal nach rechts und links sehen, es bestand die Gefahr dass sich der Horizont erweitern könnte. Vermutlich hatte es Munari deswegen nicht mit ihm ausgehalten, und vermutlich hatte er sich ihrer deshalb entledigt. Es war jedoch nicht der Zeitpunkt seinem Schwager dies unter die Nase zu reiben, also lächelte Malar nur säuerlich und liess das Hauspersonal antraben, um dem spontanen Gast, der sich nebst Gefolge selbst eingeladen hatte, ein Zimmer und eine Mahlzeit zu richten.

Letzeres wurde abgelehnt, was für Malar bedeutete sich vorerst noch nicht in einen bequemen Sessel sinken lassen zu dürfen. Aber noch war ja nicht aller Tage Abend. Er glaubte kaum, dass Dorald vorhatte die ganze Nacht in der Empfangshalle auszuharren. Zumal des Rätsels Lösung sicher nicht in ein paar Stunden zu finden war. Wer immer den Kleriker auf ihn angesetzt hatte, hatte sicher auch dafür gesorgt, dass sich das Missverständnis nicht mit ein paar wohlgesetzten Worten aus der Welt schaffen liess. "Nun... schade." Malar neigte bedauernd den Kopf. "Dabei gibt es ein wirklich vorzügliches Schnappechsen-Ragout, ich kann es nur empfehlen. Darf ich Euch stattdessen zu einem Becher heissen Wurzelbiers einladen?" Eine Hand löste sich von dem Stock und deutete mit eleganter Geste in Richtung des Arbeitszimmers, in dem er bis eben noch gesessen hatte. Natürlich hatte er nicht vor dieses Gespräch im Empfangsraum weiter zu führen, wo die Wände Ohren hatten. Schliesslich konnte jeder hinter dieser Sache stecken und seine Spione überall haben. Das sah hoffentlich auch Dorald so und interpretierte die Einladung richtig. Zur Verdeutlichung seiner Absicht warf ihm der Silberhaarige einen dezent, aber unmissverständlich auffordernden Blick zu.

"Ich nehme an, Ihr habt Eure Gründe mich zu verdächtigen. Wegen eines alten Grolls kommt Ihr sicher nicht in mein Haus und tretet mir die Türe ein, nicht wahr?" Ja nun, irgendwo musste er anfangen mit dem was Dorald von ihm erwartete. Was erwartete er überhaupt? Dass er sich Hut und Mantel griff und auf's Geratewohl irgendwohin losstürmte? Diese Strategie wäre wohl kaum von Erfolg gekrönt. "Wie wäre es denn, wenn Ihr mir zunächst erläutert was Euch auf den Gedanken gebracht hat", schlug er vor. "Denn ich bin doch sicher nicht der Einzige in ganz Blackheart, der... möglicherweise... einen Grund hätte Euch zu schaden?"

28.10.2018 00:22 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen

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Dorald warf seinem Gegenüber einen ratlosen Blick zu. „Soll das etwa heißen, Saverijn hat eine Konkurrenz?“ Was für eine absurde Vorstellung. Immerhin war sie weder offensichtlich von Orven gesegnet, noch eine fähige Kriegerin, der man sich entledigen wollte. Nichts desto trotz verschaffte ihre Verbindung zu ihm ihr enorme Vorteile, wenn sie diese denn nutzen wollte. Doch dieses Risiko einzugehen und sich aufzuführen, wie eine Königin von Welt, sah ihr alles andere als ähnlich. Im Gegenteil, mit ihrer Bescheidenheit sollte sie eigentlich niemanden auf den Schlips treten. Natürlich gab es hierbei auch genügend Neider, die sich gerade daran störten. Für einen kurzen Augenblick musste er dabei an die Begegnung mit der sonderbaren Priesterin und dem Geschenk denken. Seit Dorald auf dem Götterturnier war, hatte sich eine Gruppe begeisterter Anhänger um ihn gebildet. Besonders die Frauen schienen von ihm angetan zu sein und ignorierten dabei die Tatsache, dass er glücklich verheiratet war. Das brachte ihn schon hin und wieder in unangenehme Situationen, aus denen er sich winden musste. Doch was hatte dies alles mit Malar zu tun? Hatte er sich womöglich mit einer dieser Frauen verbündet, um ihm das zu nehmen, was ihm am liebsten war? Der Sache musste er durch gezielte Fragen noch auf dem Kern fühlen, sobald sich eine günstige Gelegenheit ergab.

„Nichts für ungut, aber ich habe im Moment wirklich keinen Hunger“, erwiderte Dorald. Ihm war ganz und gar nicht nicht nach essen zumute. Niemand konnte das Schnappechsenragout so gut hinbekommen würde, wie jene Furiae, mit der er verheiratet war. Gut möglich, dass dies auch nur Einbildung war. Andererseits, würde er Relsana fragen, war diese bestimmt der selben Meinung und da sie ihr Herz, nicht immer zu seinem Vorteil, stets auf der Zunge trug, so konnte er davon ausgehen, dass dies der Wahrheit entsprach. Doch auch, wenn das Ragout der Beradrens von ähnlicher Qualität war, solange er seine Frau nicht in Sicherheit wusste, war es ihm unmöglich sein Essen zu genießen. Der Priester der 70 ließ nicht locker, wollte den Kleriker zumindest auf ein Wurzelbier einladen. „Na, schön“, seufzte er nach einer gefühlten Weile. Hier am Gang zu stehen konnte auf Dauer recht ungemütlich werden. „Aber nur, wenn ihr endlich mit der Sprache heraus rückt und mich nicht hin haltet wie einen Narren. Ansonsten könnte ich mich womöglich doch noch dazu hin reißen lassen, euch die eiserne Jungfrau anzulegen.“ Er grinste dabei düster. Nur die wenigsten wussten, dass die eiserne Jungfrau lediglich der Abschreckung diente und nicht wirklich Verwendung fand. Es war lediglich ein Schandmantel, den man zu diesem Zweck umfunktioniert hatte. Doch in seiner Folterkammer gab es weitaus schlimmere Gegenstände, die auf den ersten Blick zunächst relativ harmlos aussahen und sich dabei als äußerst tückisch erwiesen.

„Ja die habe ich“, antwortete Dorald ganz belanglos auf die Frage, ob er denn auch wirklich Gründe hatte den rotgewandeten Priester zu verdächtigen. Ob es noch andere gab, die ihm schaden wollten? War das nun sein Ernst? „Malar … ich bin Kleriker. Würde ich euch sämtliche Leute aufzählen würde, die mir schaden wollen, wäre ich übermorgen noch nicht fertig. Glaubt mir, wir wären weitaus schneller, wenn wir den Rest nennen würden.“ Dann wollte er auch noch eine Erläuterung. Entgeistert blickte der Ältere seinen Kollegen an. „Oh, ihr wollt eine Erklärung … na wenn das so ist. Das geht euch zwar nichts an, aber ich habe gesehen, wie sie jemand zu euch gebracht hat.“ Im Grunde genommen hatte er sich mit seinem imposanten Auftreten und unverkennbaren Stil selbst ein Ei gelegt. Wäre er unscheinbarer, so hätte der Kleriker deutlich länger gebraucht, um ihn zu identifizieren. „Dachtet ihr ernsthaft, ihr kämt damit ungeschoren davon? Glaubt mir, der einzige Grund, warum ihr noch am Leben seid ist der, dass ich sehr geduldig sein kann. Was auch immer ihr mit der Entführung bezwecken wollt ... was auch immer ihr, ihr noch antun werdet … das was ich mit euch anstellen werde, wird noch weitaus schlimmer sein. Das verspreche ich euch hoch und heilig. Und glaubt mir, ich werde es genießen, bis zum letzten Atemzug.“ Seine letzten Worte waren lediglich ein Raunen, jedoch verursachte bei vielen gerade dies eine Gänsehaut.

09.11.2018 20:13 Dorald ist offline Email an Dorald senden Beiträge von Dorald suchen

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Nun war es an dem Silberhaarigen, ein wenig erstaunt aus seinem gestärkten Kragen zu schauen. Stand dort wirklich ein Elb aus Shallows vor ihm? Oder hatte der Schmerz über seinen Verlust den Verstand des Klerikers bereits so umnachtet, dass er selbst einfachste Schlüsse nicht mehr ziehen konnte? Malar konnte sich ein leises Brummen nicht verkneifen. "Mich deucht, Ihr braucht eher einen Hilfsdetektiv als einen Schuldigen, mein werter Dorald", merkte er trocken an. "Ob Eure derzeitige Ehefrau einen Feind hat? Möglich, ich kenne sie zu wenig um das zu wissen. Was ich aber weiss, ist dass jeder von uns einen ganzen Haufen davon hat." Er deutete mit der freien Hand abwechselnd auf Dorald und auf sich selbst, bevor er fortfuhr: "Und dass eine orvenverfluchte Menge Leute von unserer Fehde wegen Eurer letzten Ehefrau wissen. Wie schwierig also denkt Ihr ist es vorauszusehen, dass Euer Verdacht zuerst auf mich fallen wird, wenn Eure aktuelle Ehefrau plötzlich verschwindet? Haben Euer Exzellenz schon einmal erwogen in diese Richtung zu denken?" Malar lächelte betont liebenswürdig und stützte sich wieder mit beiden Händen auf seinen Stock, während er innerlich grummelte. Sapperlot, musste er nun ernsthaft einem Kleriker erklären wie eine Intrige funktionierte? Natürlich inszenierte man sein Schauspiel so, dass alles gegen die Person sprach der man etwas in die Schuhe schieben wollte. Dieses Einmaleins war so alt wie die Kultur der Shallows-Elben. Ärgerlich war, dass es nun anscheinend jemandem gelungen war ihn selbst in eine solche Schmierenkomödie zu verwickeln, ohne dass er es hatte kommen sehen.

Nun ja, dass es Dorald im Moment gerade nicht nach einer Mahlzeit gelüstete, konnte er verstehen. Es war einen Versuch wert gewesen, um die Situation ein wenig zu entschärfen. Denn dass das Pendel immer noch drohend über ihm schwebte und von A nach B schwang, war Malar nur allzu bewusst. Er hatte keine Lust, noch festgeschnallt auf dem Tisch zu liegen wenn es sich herabsenkte. Ebensowenig hatte er Lust, seine eigene Quasi-Verhandlung hier in der Empfangshalle zu führen, wo Irsh und Yirsh sie belauschen konnte. Insbesondere Floona musste nicht alles wissen, da es der Hausherrin durchaus zuzutrauen war sich an der Intrige gegen ihren Gatten zu beteiligen. Oder gar auf eigene Faust loszuziehen um irgendwen zur Rede zu stellen, und damit die Verschwörer aufzuscheuchen. Bei Floona wusste man nie was sie als Nächstes tat, weshalb Malar sie grundsätzlich aus allem herauszuhalten pflegte was sie nicht unmittelbar etwas anging. "Seid versichert, auch Eure eisernste Jungfrau könnte mir nichts anderes entlocken als die Wahrheit", seufzte Malar und wartete bis der Kleriker seiner Einladung gefolgt und an ihm vorbei durch die Zimmertür getreten war, bevor er etwas umständlich folgte und die Tür hinter ihnen beiden schloss.

Die Wände des Arbeitszimmers schienen ganz aus deckenhohen Bücherregalen zu bestehen. Die darin befindlichen Folianten waren zum Teil sehr alt, insbesondere die in den oberen Reihen. Auf dem steinernen Schreibtisch mit dem schmiedeeisernen Sessel dahinter befanden sich Papiere und Schriftrollen, Füllfederhalter und Rechenschieber, dazu eine längst abgekühlte Tasse Tee. Im Kamin prasselte ein behagliches Feuer, und es gab dort eine gepolsterte Sitzbank, auf der man sich niederlassen konnte.

Aha. Dorald hatte also Beweise. Auch wenn er das in einem Ton vortrug als ginge das niemanden etwas an. Der Priester stützte sich wieder mit beiden Händen auf den Knauf seines Gehstocks und blickte sein Gegenüber ruhig an. Der Schein des Feuers fing sich dabei in den lavafarbenen Augen und liess sie leuchten, ebenso wie die Ornamente auf der scharlachroten Robe zu gleißen und zu funkeln schienen. "Euch ist schon bewusst, dass Ihr gerade für meine Theorie sprecht, nicht gegen sie?" Malar hob die Brauen und wolte gerade einladend auf die Sitzbank deuten, als er mitten in der Bewegung erstarrte wie eine der mechanisch betriebenen Statuen im Tempel, wenn der Mechanismus ausfiel. "Wie bitte?" Ungläubig starrte er den Kleriker an, der ihm soeben etwas Ungeheuerliches eröffnet hatte. "Ihr habt es... gesehen? Mit Euren eigenen Augen?" Ihm war vollends bewusst dass er seine Frage doppelt stellte, denn womit sonst ausser den Augen sollten man etwas sehen? Aber er musste sich einfach vergewissern. Dorald sagte ja schliesslich nicht, dass irgendjemand ihn gesehen hatte - sondern er selbst. "Das ist unmöglich!" erklärte der silberhaarige Priester kategorisch und schüttelte den Kopf. "Jemand muss sich für mich ausgegeben haben!" Anders war es nicht zu erklären, denn ganz abgesehen von der Tatsache dass man einen Kleriker nicht ungestraft der Lüge bezichtigte, hatte Dorald auch keinerlei Grund zu lügen. Es sei denn... er griff vielleicht zu einem Trick, um ihn unter Druck zu setzen. Was er nicht nötig gehabt hätte, wäre er wirklich von seiner Schuld überzeugt. Malars Augen verengten sich. "Kann es vielleicht sein, dass Ihr Eurer Sache selbst nicht sicher seid?"

10.11.2018 15:38 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen

Dorald

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Dorald zog seine Stirn kraus. Am liebsten hätte er sich selbst geohrfeigt für die vollkommen undurchdachte Frage, die aus seinem eigenen Munde kam. Das hatte man nun davon, wenn man einen Großteil seiner Zeit mit Kriegern verbringt. Man stumpft geistig ziemlich ab und es fällt einem nach und nach schwerer eins und eins zusammen zu zählen. Oder lag es doch eher an seinen Gefühlen für Saverijn? Hatte diese Frau es nach all den Jahren tatsächlich geschafft seinen Verstand zu zu benebeln? Was für eine Schmach. Schlimmer als diese Erkenntnis war jene Tatsache, dass er sich gerade im Haus seines Erzfeindes befand und dieser ihm dies auf blumige Art zu erklären versuchte, womöglich auch um von sich selbst abzulenken. Nichts desto trotz war es jedoch immer noch der Kleriker, der am längeren Hebel saß. Einzig und alleine er war in der Lage diesen Priester für dieses frevelhafte Verhalten zu bestrafen. Andererseits war die Peitsche wiederum die Waffe der Einfältigen, die zuschlugen, wenn sie auf verbalem Wege nicht mehr weiter wussten.

„Danke, werter Herr Beradren, aber auf derartige Belehrungen kann ich gut und gerne verzichten. Ich weiß sehr wohl, wie ich meine Arbeit zu erledigen habe“, entgegnete er schnippisch. Erhobenen Hauptes blickte er zu seinem Gegenüber um seine Würde zu wahren. Immerhin hatte er so Einiges getan um der zu werden, der er war und hatte sich den Respekt des Priesters verdient, vorausgesetzt dieser wollte noch lebend und im ganzen Stück wieder aus dieser Situation heraus kommen. Nichts desto trotz brachten ihm seine Worte dennoch ein wenig zum Nachdenken. Das war jedoch nichts, was er offen zugeben würde.

So verfinsterte sich auch sein Blick, als Malar erwiderte, dass die eiserne Jungfrau nicht mehr als die Wahrheit entlocken konnte. Er spielte ein gefährliches Spiel, denn jeder weitere Tropfen wurde gezählt, bis das Fass irgendwann überlaufen würde. Doch zunächst galt es erst einmal sich zurück zu ziehen. Denn hier in der großen Eingangshalle war wahrlich nicht der beste Ort um sich über derartig prekäre Themen zu unterhalten.

So ließ er sich in einen der nebenstehenden Räume führen, dicht gefolgt von seinen Leibwächtern, welche die beiden Priester nicht aus den Augen ließen. Dorald glaubte jedoch zumindest im Augenblick nicht an einen tätlichen Angriff und so ließ er sich ein wenig Zeit um einen unverfänglichen Blick über die hiesigen Bücher schweifen zu lassen. Im Großen und Ganzen war jedoch nichts dabei, was ihm auf Anhieb ins Auge stach. Bei jenen, die weiter oben lagen fiel es ihm allerdings etwas schwer die Titel zu lesen. Der Schreibtisch sah für des Klerikers Empfinden ein wenig so aus, als hätte der Rot-gewandete diesen fluchtartig verlassen und im Grunde genommen war es auch nicht anders, was ihn für einen kurzen Augenblick sogar ein wenig schmunzeln ließ, nur um gleich daraufhin wieder zu erkalten. Es war behaglich warm in diesem Raum. Die Anspannung war jedoch recht deutlich spürbar. Dorald warf seinem Gegenüber einen mahnenden Blick zu, als dieser ihn dabei ertappte seine Theorie zu bestätigen, bevor er sich dann auf der Bank nieder ließ. Derartige Wortklaubereien waren für gewöhnlich sein Metier, aber im Augenblick war ihm nicht zumute darüber zu debattieren. Malar war nun einmal der Hauptverdächtige und der einzige Zeuge war er selbst. „Nein … ich habe mir die Augäpfel meines Nachbarn geliehen“, erwiderte er spöttisch und verdrehte seine Sehorgane dabei. Natürlich gab es genügend Möglichkeiten auch ohne Augenlicht zu sehen, aber er musste seinem Erzfeind nicht alles auf die Nase binden, was er konnte.

"Das ist unmöglich!" Der Kleriker hob seinen Kopf, richtete dabei sein Augenmerk genau auf den Vertreter der Beradrens. Seine Bewegungen, das hektische Kopfschütteln und seine energisch sichere, nicht schwankende Stimme deuteten darauf hin, dass er genauso überrascht über diese Erkenntnis war, wie er selbst. „ist es das?“, beließ es Dorald bei einer skeptischen Nachfrage. "Jemand muss sich für mich ausgegeben haben!" „Erzählt mir jetzt bloß nicht ihr seid ein Drilling.“ Noch ein Beradren … das war eindeutig zu viel des Guten. Nichts desto trotz brachte ihm das Ganze ein wenig ins Grübeln. Es gab nicht viele, die wussten, wie genau er an einen Großteil seiner Informationen gelangte und hierbei Beweise zu fälschen erforderte ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl und eben genau dieses Wissen. Währenddessen ließ sein Gegenüber eine weitere Frage verlauten. Ein kurzes Funkeln war dabei in Doralds Augen zu erkennen. „Ihr konntet es wohl nie lassen mit dem Feuer zu spielen“, erwiderte der Kleriker daraufhin und seufzte. „Ich weiß, was ich gesehen habe, Malar Beradren. Ihr habt gute Gründe mir und meinem Ansehen schaden zu wollen. Allerdings hat alles, was ihr tut auch einen gewissen Stil und diese plumpe Art und Weise, wie meine Frau entführt wurde, sieht euch ganz und gar nicht ähnlich. Zwar seid ihr der Hauptverdächtige, aber nicht zwangsläufig der Hauptschuldige. Eher ein Komplize … das ist auch ein guter Grund, warum ihr mir nicht sagen könnt, was mit meiner Frau geschehen ist. Weil ihr es wohl gar nicht wisst.“ Er machte eine kurze Pause. „Wenn es irgendjemanden gibt, den ihr decken wollt, dann solltet ihr besser mit der Sprache heraus rücken, bevor ich euch noch beiden die Ohren lang ziehe.“

20.11.2018 20:51 Dorald ist offline Email an Dorald senden Beiträge von Dorald suchen

Malar

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"Wie Ihr meint." Malar neigte leicht den Kopf. Er war klug genug keinen Zunder in die Glut zu werfen, jetzt wo der Zorn des Klerikers eben begonnen hatte zu verrauchen. Dieser dachte zumindest über die Stichhaltigkeit der Einwände nach, das war seinem Gesichtsausdruck anzusehen. Das Problem war nur, dass niemand ihn zwingen konnte auch nur einen Pfefferling darauf zu geben. Andererseits hielt Malar seinen Schwager bei allem sorgsam gehegten Groll nicht für einen Dummkopf. Wenn Dorald den Falschen einbuchtete, würde das zwar sicher befriedigend sein, und überdies die Gelegenheit bieten sich eines alten Feindes zu entledigen, was ja auch etwas war - aber in der Sache brachte es ihn keinen Schritt weiter. Im Gegenteil würde er wertvolle Zeit damit verschwenden einer falschen Spur nachzujagen. Der Priester hoffte zumindest, dass sein Gegenüber auf ähnliche Gedanken kam.

Die Bemerkung mit der Eisernen Jungfrau war nicht respektlos gemeint. Es war nun einmal aus der Sicht eines Unschuldigen - wobei man darüber streiten konnte inwiefern Malar Beradren eine unschuldige Seele war, aber mit dieser Geschichte hatte er ausnahmsweise wirklich nichts zu tun - eine simple Tatsache. Dennoch gewahrte er den finsteren Blick, der ihn mahnte sein ohnehin mieses Blatt nicht zu überreizen, und verzichtete im eigenen Interesse darauf die Diskussion zu vertiefen.

Dass die beiden Schergen ins Arbeitszimmer folgten, passte ihm dagegen überhaupt nicht. Malar musste sich stark zusammenreissen, um sie nicht in scharfem Ton anzufahren dass sie sich gefälligst hinaus zu scheren hätten. Sich seiner prekären Lage bewusst, presste der Silberhaarige jedoch nur die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen, schoss jedem der beiden einen vernichtenden Blick zu und wandte sich dann in bemüht höflichem Ton an Dorald: "Ich muss doch sehr bitten, Eure Exzellenz. Ich habe Euch nicht zu einer vertraulichen Unterredung gebeten, um dennoch fremde Ohren dabei zu haben. Bitte sagt Euren Leuten, sie mögen vor der Tür warten wie alle anderen Dienstboten auch." Auch wenn seine Stimme leise und kultiviert klang, konnten die wohlgesetzten Worte den Ärger über die unstandesgemässe Behandlung nicht ganz übertönen. Angeschuldigt oder nicht, er war immer noch ein Priester der Siebzig, und die Privilegien eines Klerikers galten nicht automatisch auch für dessen Bedienstete. Zum Glück war zumindest dieser neunmalverfluchte Rhagas nicht dabei. Malar hätte nicht an sich halten können, wenn sich dieser Cretin in seinen Privatgemächern breitgemacht hätte.

Tief durchatmend zwang er sich zur Ruhe und lauschte dem was Dorald zu sagen hatte. Das bot genügend Zündstoff, um ihn die beiden Nebendarsteller erst einmal vergessen zu lassen. Sogar das schmerzende Bein trat für einen Moment in den Hintergrund, obwohl eben der Sitzplatz am Feuer noch als höchst erstrebenswerte Wonne erschienen war. Jetzt aber gab es Wichtigeres. Der Kleriker selbst behauptete, ihn gesehen und erkannt zu haben. Was bedeutete, dass er entweder keine Beweise besaß und verzweifelt genug war zu lügen um ihn aus der Reserve zu locken - oder dass irgendein anderer Lügenbold es bewusst hatte danach aussehen lassen. Malar tippte auf Letzteres, denn nach Doralds Habitus zu urteilen schien er zwar nicht ganz sicher ob er dem Braten trauen sollte, glaubte aber zumindest an das was er sagte.

"Ich zweifle nicht daran, dass Ihr etwas gesehen habt", schluckte der Priester seinen Ärger über die spöttische Bemerkung hinunter. "Ich bezweifle nur ernsthaft, dass Ihr mich gesehen habt. Ja, in der Tat, das ist es!" Er schnaubte leise und zog die Brauen zusammen. "Könnt Ihr mir denn zumindest sagen wann Ihr mich gesehen haben wollt? Ich bin nämlich sicher, mich zu diesem Zeitpunkt nicht dort aufgehalten zu haben. Möglicherweise lassen sich dafür Zeugen finden." Das mit dem Drilling liess er unkommentiert und brummte nur leise. Aufgrund gewisser Ereignisse in der Vergangenheit war dieses Gebiet eine kochende Pechgrube, über die nur ein haardünnes Seil führte. Besser man betrat es gar nicht erst, denn Malar hatte nun wirklich nicht vor die Fehde wegen seiner einzigen Zwillingsschwester wieder aufzuwärmen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt führte das nirgendwohin, ausser vielleicht doch noch in die Folterkammer. "Verzeiht", neigte er deshalb den Kopf und nahm wieder eine scheinbar entspannte Haltung an."Das war unangebracht. Vielleicht reden wir erst einmal in Ruhe darüber."

Der silberhaarige Priester hatte vor ein wenig Zeit zu gewinnen, denn das was der Andere sich nun als neue These zusammenkonstruierte und ihm vorwarf, klang dummerweise nicht so als wäre es einfach mit ein paar logischen Argumenten zu entkräften. Im Gegenteil, das musste der Neid lassen, hatte dieser durchtriebene Plan tatsächlich etwas Perfides an sich. Etwas, was durchaus dem Hirn eines Malar Beradren hätte entstammen können, und das beunruhigte den Besitzer dieses Hirns zutiefst. "Nun... Ihr denkt also, es gibt Jemanden, für den ich bereit wäre meinen Namen und meine Position zu opfern, mir die Ohren langziehen und mich sogar in die Eiserne Jungfrau sperren zu lassen?" erkundigte er sich und wählte seine Worte sorgsam, während er sich nun selbst langsam und etwas umständlich auf der Bank nieder liess. Er hielt dabei respektvollen Abstand zu Dorald, aber nicht so viel dass es zu distanziert wirkte. Das war kontraproduktiv, wenn man eine Unterhaltung zu führen gedachte.

22.11.2018 08:43 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen

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Dorald nickte wohlwollend. Es war nicht immer leicht sich den Respekt anderer zu verdienen. Manchmal musste man auch die Reden eines anderen unterbinden, damit es nicht ausartete. Wenn er es zu oft zuließ, dass man ihn in Frage stellte, dann konnte er sich genauso gut zu den Sklaven dazu gesellen und so tief wollte der Orvenpriester wahrlich nicht fallen. Dass es besser war in einen gemütlicheren Raum zu wechseln, sah auch er ein und so ließ er sich ohne Umschweife in Malars Arbeitszimmer einladen.

Selbstverständlich folgten ihm auch seine Leibwächter. Dieser Umstand gefiel dem Priester der Siebzig allerdings ganz und gar nicht, wie er kurz daraufhin verbalisierte. Dorald blickte zu Darlos, einem altehrwürdigen Krieger, der bereits seinem Vater gute Dienste geleistet hatte, dann zu Aramu die auch recht stolz auf ihre Leistungen sein konnte. Eines war sicher, sie waren für ihn weitaus mehr als gewöhnliche Dienstboten, wie Malar sie nannte. Natürlich war ihm bewusst, woher diese Abneigung kam, denn einer seiner Leibwächter hatte sich bereits in seinem Haus breit gemacht und somit ihren gemeinsamen Waffenstillstand gefährdet. Doch wollte Dorald ihm diesen Gefallen wirklich tun? „Na gut, wenn es nur das ist, dann will ich einmal nicht so sein.“ Er blickte zu seinen Leibwächtern und deutete mit den Fingern an, sich diese in die Ohren zu stecken. Diese blickten zunächst einander, dann den Kleriker mit ungläubigen Blick an. Doch dann zeigte sich zumindest in Aramus Gesicht ein Lächeln auf den Lippen, während sie Doralds Wunsch schließlich nach kamen. „Besser?“, fragte der Kleriker Malar mit provokanter Stimme und und blickte zu Malar um zu einem wichtigerem Thema zu schreiten. Insgeheim hoffte er, dass dieser Besuch bald ein Ende haben würde und er seine Frau wieder in die Arme schließen konnte.

So legte er seinen Kopf leicht schief und lauschte seinen Worten. Doch diese waren alles andere als zufrieden stellend. „Und wem bitteschön sollte ich sonst gesehen haben. Habt ihr etwa einen begeisterten Fanatiker, der euch nachahmen will?“ Dorald atmete noch einmal theatralisch ein und aus. So hatte er sich das alles nicht vorgestellt. Er lachte kurz auf. „Ich bezweifle nicht, dass ihr in der Lage seid die richtigen Zeugen zu finden. Doch das würde rein gar nichts beweisen. Und was die Zeit angeht … dazu kann ich euch leider keine Auskunft geben. Ich habe meine Methoden und sehe anders, als der gewöhnliche Dunkelelb.“ Mehr wollte er darüber nicht sagen, auch wenn er sich bereits denken konnte, dass der jüngere Priester seine Fähigkeiten erahnen konnte. Nur zu gut konnte er sich erinnern, wie es angefangen hatte, als er plötzlich einen Gegenstand berührte und dann erschrocken zurück gewichen war, aus Angst vor dem was er gesehen hatte. Erst nach und nach lernte er damit umzugehen und dabei die Ruhe zu bewahren. Seine Visionen wurden länger, die Bilder wesentlich klarer. Manchmal ist es sogar beinahe so, als stünde er tatsächlich selbst im Raum und würde den anderen bei ihrem Treiben zu sehen. Dennoch war es gefährlich seine Fähigkeiten in dieser Intensität anzuwenden, wenn man in einer Stadt wie Blackheart lebte. Denn nur zu schnell konnte man die Realität vergessen und war unempfänglich für das, um einen herum geschah.

Unter Berücksichtigung von Malars bereits bekannten Ambitionen stellte Dorald sogleich eine Theorie auf. Vielleicht war er es tatsächlich nicht gewesen, der Saverijn entführt hatte, aber er war sich fast schon sicher, dass er wusste, wer dahinter steckte. „Was ich denke spielt hierbei keine Rolle. Die Frage ist nur, ist es so?“, erwiderte der Kleriker schnippisch, denn langsam sollten sie mit ihrem Spielchen zu einem würdigen Ende finden. Bereits etwas ungeduldig faltete der Dunkelhaarige seine Hände ineinander und spielte mit den Fingern. Womöglich wäre die Folterkammer doch eine bessere Idee gewesen um seinen Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Oder das eine oder andere Hilfsmittel, um jemandem zum Reden zu bringen.

29.11.2018 22:42 Dorald ist offline Email an Dorald senden Beiträge von Dorald suchen

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Natürlich hatte Malar nichts gegen die beiden Leibwächter persönlich. Sie mochten gestandene Krieger sein, im Gegensatz zu ihrem windigen Kollegen, der Orven sei Dank nicht anwesend war. Soviel Takt hatte Dorald immerhin besessen. Dennoch standen sie im Rang weit unter einem Priester der Siebzig, auch wenn sie einem Kleriker dienten. Wie stand ein Malar Beradren da, wenn er zuliess dass der Pöbel Zeuge seiner Demütigung wurde und ihn zum heutigen Tavernengespött machte? Oh, diese Indiskretion würde Dorald etwas kosten! Der Priester würde darauf bestehen dass sein Ruf öffentlich wieder hergestellt wurde, sobald diese unselige Sache aus der Welt war. Im Selbstverständnis seiner Unschuld bestand für ihn selbstredend kein Zweifel, dass dies bald geschehen würde.

Malars Augen weiteten sich ungläubig, als der Kleriker es tatsächlich wagte die beiden nicht des Zimmers zu verweisen. Stattdessen sollten sie sich die Finger in die Ohren stecken, was nicht nur impertinent war, sondern auch noch äußerst ekelerregend. Der Priester verzog das Gesicht, bevor er mit reichlich angesäuerter Miene zu Dorald sah. "Ganz und gar nicht", erwiderte er wahrheitsgemäss, wenn er denn schon gefragt wurde. "Aber selbstredend steht es Euch frei, sie auch noch in der Nase bohren und ihr Gemächt richten zu lassen, wenn das Euer Ernst ist. Ich hoffe nur sie waschen sich die Finger, bevor sie hier im Haus etwas anfassen. Das ist widerlich!" Nun... um der Wahrheit die Ehre zu geben, war die Empörung des Priesters zur Hälfte gespielt. Wenn Dorald der Sinn danach stand auf seine Kosten dumme Witze zu machen, war die Situation derzeit zumindest einigermaßen entschärft, so dachte Malar. Solange ihn das vor dem Folterkeller bewahrte, würde er sich angemessen darüber aufregen.

Zunächst jedoch nahm er erst einmal auf der Bank Platz, wofür ihm sein Bein äusserst dankbar war. Das Nachlassen des Schmerzes hätte ihm beinahe einen wohligen Laut entlockt, den er gerade noch unterdrücken konnte. Es hatte sich in den letzten 50 Jahren ausgezahlt sich diese Einschränkung nicht anmerken zu lassen. Ganz sicher würde er nicht damit anfangen wenn er einem Kleriker gegenüber sass, der dazu ausgebildet war jede Schwäche auszunutzen. Zumal Dorald nicht irgendein Kleriker war, sondern einer mit dem ihn eine lange Feindschaft verband, und der sich zu allem Übel auch noch in einem emotionalen Ausnahmezustand befand. Denn ganz im Gegensatz zu Malars und Floonas Ehe, die seit Äonen in eine innige Abneigung übergegangen war, schien er seine Gattin tatsächlich zu lieben. Der Silberhaarige wusste nicht was ihn mehr ärgerte. Dass er zu Unrecht angeschuldigt wurde, oder dass er tatsächlich nichts über den Verbleib Saverjns wusste. Für gewöhnlich flüsterten die Schatten in Blackheart zumindest irgendetwas durch die Galerien, denn Spionage war hierzulande Volkssport. In diesem Fall jedoch war es scheinbar Jemandem gelungen, seine Aktivitäten äusserst geheim zu halten.

"Wenn ich das wüsste, hätte ich Euch den Kerl oder die Megäre längst auf dem Silbertablett präsentiert", schnaubte Malar. "Oder glaubt Ihr ich finde Geschmack daran, mein Haus stürmen zu lassen und mich vor der gesamten Belegschaft einer hochnotpeinlichen Befragung zu unterziehen?" Die Frage war rhetorisch, er erwartete keine Antwort darauf. Die nächsten Worte des Klerikers waren indes interessant und liessen den Priester die Ohren spitzen. Ahh ja, er erinnerte sich. Er hatte es ein ums andere Mal mitbekommen, wie sich der Gesichtsausdruck seines Schwagers veränderte wenn er einen Gegenstand berührte. Oft hatte er unwirsch oder verstört reagiert. Malar kannte seine Fähigkeiten nicht im Einzelnen, aber Orven musste ihn mit der Gabe des Sehens ausgestattet haben. Nur Dunkelelben mit speziellen analytischen Eigenschaften wurden zum Kleriker berufen.

Es klopfte von aussen an die Tür und eine Stimme fragte, ob es recht sei das Wurzelbier herein zu bringen. Da die beiden Hanswürste mit den Fingern in den Ohren den Eingang blockierten, und er ihnen kaum befehlen konnte beiseite zu treten, hob der Silberhaarige die Brauen in Richtung Dorald. "Ich hoffe Eure Bediensteten hören Euch, sonst müssen wir uns eine kalte Tasse Tee teilen", bemerkte er ein wenig spitz, um dann wieder zur Tagesordnung überzugehen.

Ärgerlicherweise schien der Kleriker eine regelrechte Resistenz vernünftigen Argumenten gegenüber entwickelt zu haben, was Malar missvergnügt den Mund verziehen liess. "Wenn keine Rolle spielt was Ihr denkt, wessen Gedanken tun es dann?" brummte er und dachte nach, während man ihm ansah dass er mit sich rang. Schliesslich gab er sich einen Ruck. "Nun gut." Er griff nach dem Stock, den er neben sich an die Bank gelehnt hatte, hob ihn auf und hielt ihn für einen Moment in die Höhe, sodass sich der warme Schein des Kaminfeuers auf dem polierten Wurzelholz fing. "Wie Ihr wisst, ist dieses Requisit seit einigen Jahren mein ständiger Begleiter. Wen Ihr auch fragen werdet, niemand in Blackheart wird behaupten mich ohne dieses Ding gesehen zu haben. Und wie gründlich Ihr auch mein Haus durchsucht, Ihr werden kein zweites Exemplar finden, denn ich besitze nur das Eine. Das wird Euch jeder meiner Bediensteten unter Eid bestätigen. Also muss dieser Stock mich auch begleitet haben, als ich angeblich Eure Frau entführte. Nun - nehmt ihn an Euch und wendet Eure Gabe darauf an. Worte können lügen, das mag eine Tatsache sein. Aber dieses alte Stück Holz wird es nicht." Mit einer auffordernden Geste reichte Malar den Stock an Dorald weiter.

30.11.2018 10:07 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen
 
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