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Wusstest du...

PLOT

Lost Places Geheimnisvolle Orte, verschollene Tempel, vergessene Inseln mit Sirenen, endlose Labyrinthe oder Inseln, die von allen Seelen verlassen sind - hier machen sich Abenteurer auf, ihre Mission zu lösen oder einen Schatz zu finden. Der 5. Geburtstagsplot vom Weltenwanderer.

Herzblut
"Das andere Skelett, dessen Geschichte ihr kennen solltet, ist das von Bogatyr, einem Helden der Bravenblader. Eine holde Maid mit einem Glanz in den Augen, den sonst nur Sidhe haben sollten, bat ihn um Hilfe: Sie gab ihm einen Dolch mit Namen HERZBLUT, der einst ihrem Großvater gehörte, und hatte die Macht, seinem Besitzer die Macht eines jeden Wesens zu übertragen, dass er mit einem einzigen Stich ins Herz tötete. Das Mädchen hatte mit angesehen, wie sich ihre Familie über das Erbstück zerstritt und umbrachte, nahm ihn an sich und lief mit ihm davon. Als sie den berühmten Helden gefunden hatte, flehte sie ihn an, den Dolch zu zerstören … wozu nur ein magisches Schmiedefeuer in der Burg ihres Großvaters in der Lage sei." Und so begann die Geschichte des sagenumwogenen Dolch namens Herzblut. Ein Relikt großer Macht. Und der Beginn unseres Halloweenplots 2015.

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Weltenwanderer » Das Spiel » Shallows Earth » Blackheart » Nördliches Viertel » Shanaal Rothe - Der Hauptwohnsitz von Malar Beradren » Der ungeladene Gast » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Malar

Heisser Feger


NAMENSLIED
Malar Beradren
Beruf(-ung)
Priester der 70 Anhänger Orvens
HERKUNFT
Shallows Earth
ALTER
480 Jahre
RASSE
Dunkelelb
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Daimonsfeuer
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Chronik

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Es war still im Haus. Das Abendessen war bereits vorbei, die Küche aufgeräumt, und die Bediensteten hatten sich bis auf wenige Ausnahmen in ihre Quartiere zurück gezogen. Zu den Ausnahmen zählten die Wachen am Tor, die dort immer standen und aufpassten dass kein Gesindel ins Haus gelangte, sowie die Leibdiener und Kammerzofen, die für das persönliche Wohl der Herrschaften zuständig waren. Diese begaben sich erst zu Bett, wenn ihre Dienstherren und -herrinnen sie nicht mehr benötigten.

Malar Beradren sass in seinem Arbeitszimmer im Erdgeschoss des Hauses und kümmerte sich um den unbeliebten Kleinkram, der sich hauptsächlich aus Rechnungen, dem Sichten von Einnahmen und Ausgaben, sowie alltäglicher Korrespondenz zusammensetzte. Viele Häuser hatten dafür einen Verwalter, was allerdings nach Malars Dafürhalten oft der Grund für finanzielle Schwierigkeiten war. Es war eine alte Weisheit, dass kein Fremder eine Arbeit so erledigte wie man es selbst tun würde. Deshalb gab der Hausherr diese Dinge ungern aus der Hand. Ausserdem wusste er so genauestens Bescheid was seine Ehegattin so trieb. Ein freizügiges neues Gewand hatte sie sich also anfertigen lassen, was sie garantiert nicht gedachte im Ehebett zu tragen, sowie ein sündhaft teures Parfüm bestellt. Interessant. Wer wohl diesmal derjenige war, den sie gedachte mit ihrer Gunst im Bett zu beschenken?

Malar tolerierte schon seit Jahrzehnten was sie mehr oder weniger offen unter seinen Augen trieb. Sie tat es nicht etwa um ihn eifersüchtig zu machen, dann hätte er sich vielleicht sogar geschmeichelt gefühlt. Floona tat es um sich zu rächen. So wie sie viele Dinge tat, um sich an ihm zu rächen. Rache für die Schmach, die er ihr vor vielen Jahren in einer schwachen Stunde angetan hatte. Eigentlich, so konnte man meinen, war die Schuld längst abgebüßt. Aber mit den Jahren war aus Rache Selbstzweck geworden. Malar wusste nicht einmal genau, ob er Floona deshalb grollen oder Mitleid mit ihr haben sollte. Denn das, wonach sie sich am meisten sehnte, bekam sie von ihren jungen Liebhabern nicht. Vielleicht war es dagegen seine Art von Rache ihr genau das vorzuenthalten. Nämlich eine Bitte um Verzeihung.

Sein Bein schmerzte. Es schmerzte immer wenn es ruhig im Hause wurde und die Geschäfte des Tages ihn nicht mehr davon ablenkten. Auch eines von Floonas Andenken. Eine von vielen Narben, die diese Ehe hervorgebracht hatte. Der Gehstock mit dem silbernen Knauf lehnte seitlich neben ihm am Stuhl, damit er ihn immer griffbereit hatte. Er war sein ständiger Begleiter geworden, ebenso gebraucht wie gehasst, und in gewisser Weise war Malars Beziehung zu diesem Ding enger als zu irgendeiner Person in seinem Leben. Mit Ausnahme vielleicht von Carharis, seiner Leibsklavin und einem ganz besonderen Wesen. Er war gut zu ihr, behandelte sie sogar besser als er Floona jemals behandelt hatte. Aber auch sie liebte ihn nicht und war nicht aus freien Stücken bei ihm, sondern weil er sie durch ein Blutritual in Orvens Namen an sich gebunden hatte. Eines Tages würde auch sie rebellieren und ihn verlassen wollen. Ob er sie dann gehen lassen würde? Malar wusste es nicht.

Der Blick seiner rubinroten Augen glitt zu der Tasse Tee auf dem Schreibtisch, die er vergessen hatte anzurühren. Inzwischen war der Pilzsud abgekühlt und würde bitter schmecken. Kurz erwog er seinen Diener zu schicken und einen frischen bringen zu lassen. Dann jedoch entschied er sich anders und nahm die Tasse in die Hand, wobei er ein paar leise Worte in der kehligen Sprache der Dunkelelben an Orven richtete. Kurz darauf wallte die Flüssigkeit auf und dampfte wieder heiss und aromatisch. Manchmal schmeckte Tee sogar besser, wenn man ihn noch einmal aufgoss. Mit Besuch oder irgendeiner Störung rechnete der Priester mit dem langen silbernen Haar an diesem Abend nicht mehr. Deswegen lehnte er sich zurück und nahm einen langsamen Schluck.

28.09.2018 23:48 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen

Dorald

Höhlenschlange


NAMENSLIED
Dorald aus dem Hause Toda‘a‘gog
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Da stand er nun vor dem riesigen Gebäude, das vor Glasmosaiken nur so strotzte. Ein recht protziges Anwesen, das nur zu gut zu den Beradrens passte. Lange Zeit hatte er es gemieden. Viel zu viele Erinnerungen an alte Zeiten lagen darin. Außerdem wohnte in diesem Haus einer seiner größten Feinde, die den Tod seiner Exfrau mit sich gebracht hatte. Bereits ein gutes Jahrhundert war vergangen, seit ihrem Unfall und dennoch lag er ihm ab und zu immer noch damit in den Ohren. Dorald konnte es Malar nicht übel nehmen, vermutlich hätte er ähnlich gehandelt, wenn es sich um seine Schwester gehandelt hätte. Und es grenzte an ein Wunder, dass er an ihn als Hauptverdächtigen schon längst einen Anschlag verübt hatte, wie so manch anderer Dunkling es getan hätte. Es herrschte Waffenstillstand! So dachte es sich der Kleriker zumindest, bis jetzt. Denn das was Malar nun getan hatte würde er nun bitter bereuen müssen. Dorald griff nach seinem Beutel, den er einst von Orven höchstpersönlich erhalten hatte und klammerte sich an sein Turmalinmedallion und beschritt jenen Pfad, der ihm geradewegs in Richtung Eingang führte.

Einige Augenblicke zuvor war dies noch ein ereignisloser Tag, wie jeder andere. Bis auf eine Kleinigkeit. Seine Frau war nicht mehr von ihren Einkäufen zurück gekehrt. Niemand konnte ihm sagen, wo sie war, geschweige denn was geschehen war. Es war alles so verzwickt und wie immer in einer derartigen Situation musste Dorald die Sache selbst in die Hand nehmen und Nachforschungen stellen. Es war nicht sonderlich viel Zeit vergangen und sie konnte nicht weit sein. So begab er sich auf jenen Weg, den Saverijn sonst immer nahm. Sie war in dieser Hinsicht sehr berechenbar und nahm das Risiko vom Weg abzukommen nur sehr selten in Kauf. Wer auch immer das war, er musste etwas derartiges wissen und dennoch dreist genug sein um sich mit dem Kleriker anzulegen.

In Begleitung seiner Leibwächter Darlos und Aramu nahm er die Untersuchungen auf. Hier und da entdeckte er eine Spur, konzentrierte sich darauf, was geschehen war. Nur fragmentenhaft konnte er diese Dinge wahr nehmen. Lag es womöglich an einem Mangel an Konzentration oder waren jene Gegenstände die er fand zu belanglos um etwas daraus zu lesen? Doch plötzlich entdeckte er etwas anderes, nicht weit entfernt vom Callahin bwael. Eine Haarnadel. Daran hing ein blondes Haar, das der Kleriker unverkennbar als jenes seiner Frau identifizieren konnte. „Haltet mir den Rücken frei, solange ich mich konzentriere“, sprach er zu seinen Wächtern. Aramu nickte und auch Darlos stieß ein kurzes Brummen von sich, was man sehr gut als ein Ja identifizieren konnte. Und so setzte sich der Kleriker auf den kalten Boden um seine Erdung zu finden und klammerte sich mit einer Hand um die Nadel, ehe er die Augen schloss und sich konzentrierte.

Schreie drangen durch sein Ohr. Es waren die Schreie seiner Frau, zwar dumpf aber dennoch deutlich genug, so als wären sie hier. Dorald zuckte kurz zusammen, brauchte einen Moment um sich wieder zu sammeln und setzte sein Ritual fort. Jemand stülpte ihr einen Sack über den Kopf und zog sie mit sich … Kälte breitete sich aus ... dann war alles dunkel. Er konnte einige weitere Stimmen vernehmen. Sie unterhielten sich angeregt darüber, was sie mit der Gefangenen machen wollten. Der Kleriker konnte sie nur ganz schlecht verstehen. Schritte … ein Klopfen an einer Tür. Dann sah er eine rote Robe, wie jene eines Priesters … wieder dieses Klopfen, diesmal etwas lauter und deutlicher. Dorald atmete noch einmal tief ein und aus. Was hatte es bloß mit diesem Klopfen auf sich? Konnte es sich hierbei doch um das Klopfen eines Stocks handeln. Ein Spazierstock vielleicht? Spazierstock ... Der Kleriker konnte sich zunächst keinen Reim daraus machen. Und dennoch visualisierte er nun einen stabartigen Gegenstand, der auf dem Boden klopfte. Ja … da war es wieder dieses dumpfe pochende Geräusch. Doch dies war kein Spazierstock, eher eine Art Gehstock zusammen mit der roten Robe, die er kurz zuvor bereits gesehen hatte. Er konzentrierte sich weiter, versuchte seinen Blick nach oben zu richten, um jene Person zu erkennen, die irgendetwas mit der Entführung zu tun gehabt hatte. Langes weißes Haar war vor seinem inneren Auge erkennbar. Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Dorald kannte nur eine Person, die ein derartiges Auftreten hatte. Malar Beradren! Ja natürlich. Warum war er nicht früher darauf gekommen? Der Priester grollte ihm ohnehin schon sehr lange Zeit hinterher. Was, wenn er nun endgültig den Verstand verloren hätte und sich nun an ihn rächen wollte. Dorald öffnete seine Augen und erhob sich, während er den Staub von seiner dunklen Robe klopfte. Seine Mimik war verhärtet, zeugte von Entschlossenheit. Seine Lippen bebten. Oh, dieser Priester konnte was erleben. Am besten heute noch!

Wild entschlossen und blind für weitere Details begab sich der Kleriker nun zusammen mit einigen Kriegern in das nördliche Viertel Blackhearts. Zum Shanaal Rothe, den Sitz der Beradrens. Einige Wachen standen vor dem Tor. Doch davon ließ sich der Toda´a´gog keineswegs abschrecken. Ein strenger Blick in ihre Augen und sie waren zu Stein geworden. Ein vielsagendes Nicken in Darlos Richtung und er machte sich daran die Türe aufzubrechen. Zielstrebig begab sich der Kleriker in das Anwesen. Dann blieb er stehen und erhob seinen Arm in dem er Orvens Faust hielt. Mit zufriedenem Lächeln vernahm er, wie der Boden zu vibrieren begann. Orven war ihm nach, wie vor wohlgesonnen und so fing er an dieses Beben zu verstärken. Die wenigen Bilder an den Wänden begannen zu wackeln. Rasch stoppte der Kleriker wieder, denn es war nicht die Absicht dieses Haus in Schutt und Asche zu legen … noch nicht. „Malar Beradren. Ich weiß, dass Ihr hier drinnen seid“, riet er einfach mal ins Blaue. Wo sonst sollte er um diese Zeit stecken? „Ich verlange eine Erklärung!“, rief er in scharfem Ton. Seine Stimme hallte durch die Gänge während er auf das Auftauchen und eine Antwort des vermeintlichen Entführers wartete. Das konnte doch nur ein übler Scherz sein!

29.09.2018 22:31 Dorald ist offline Email an Dorald senden Beiträge von Dorald suchen

Malar

Heisser Feger


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Malar Beradren
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Strammen Schrittes, unaufhaltsam, näherte sich das Verderben den düsteren Toren von Shanaal Rothe. Allein die Bewohner des Hauses, die Wachen, Bediensteten und Sklaven, ja selbst die Herrschaften ahnten nichts davon. Sie lagen in ihren Betten, gingen ihren Vergnügungen und Beschäftigungen nach oder arbeiteten noch, so wie es der Hausherr tat, der dafür bekannt war stets der Letzte zu sein der schlafen ging. Noch niemals hatten die Kleriker den Beradrens einen offiziellen Besuch abgestattet. Malar war ein Priester der 70 Anhänger Orvens und Spross eines einflussreichen Hauses, welches bereits zur Aristokratie gehört hatte als dieser Stand noch etwas bedeutete. Man überlegte es sich zweimal, das Haus Beradren irgendeiner Tat zu bezichtigen für die man keine eindeutigen Beweise hatte. Und wenn doch etwas vorlag, sorgten Geld und Verbindungen dafür, dass die Anschuldigungen schnell wieder vom Tisch verschwanden.

Das Haus war hell erleuchtet, sodass man die blutroten Scheiben der Mosaikfenster, die dem Anwesen seinen Namen verliehen, bereits von Weitem sehen konnte. Es war fürwahr ein prächtiges Bauwerk mit Zinnen, Erkern und Türmen, die hochauf in die ewige Nacht Blackhavens ragten. Lichtkristalle und Kaminfeuer, sowie Unmengen von Kerzen sorgten in seinem Inneren für warmen, goldenen Schein, der sich in schwarzem und rotem Marmor spiegelte, und schwere Möbel aus nachtschwarzem Holz mit seinem Glanz übergoss. Mitten in die ehrwürdige Stille hinein drang jedoch plötzlich hässliches Knirschen und Knacken. Das Eingangsportal wurde mit Wucht aufgestoßen und Männer stürmten herein, enterten die Empfangshalle und brachten sich vor den Treppenaufgängen in Position. Ein Luftzug fegte durch das Haus und liess die Feuer in den Kaminen auflodern und Kerzenflammen sich neigen. Wo waren die Wachen?

Malar hatte bereits bei den ersten Geräuschen den Kopf gehoben und griff nun alarmiert nach seinem Gehstock, um sich so schnell wie möglich aus dem bequemen Sessel zu erheben. Dummerweise war "so schnell wie möglich" nicht so schnell wie er gern gehabt hätte. Das müde, schmerzende Bein war der Ansicht seinen Dienst für heute schon erfüllt zu haben, und so dauerte es eine Weile bis er endlich auf seinen zwei Füssen stand. Viel zu lange für Malars Geschmack, was ihn dazu verleitete dem unwilligen Bein einen Schlag mit dem Stock zu verpassen. Das half manchmal - zumindest gegen den Frust.

Malar Beradren. Ich weiß, dass Ihr hier drinnen seid!

Er kannte die Stimme, die klar vernehmlich durch das Haus hallte und bis in jeden Winkel vordrang. Dorald! Was in Orvens Namen hatte der mutmaßliche Mörder seiner Schwester hier zu suchen...? Der Boden unter ihm begann zu vibrieren, was die Fortbewegung nicht einfacher machte. Einen lästerlichen Fluch auf den Lippen zerbeißend beeilte sich Malar zur Tür zu kommen und hinaus in die grosse Halle zu treten, in der gewöhnlich Besucher empfangen wurden und Bankette stattfanden. Ruhig, gemahnte er sich und versuchte tief durchzuatmen. Da stand er. Dorald. Mit flammendem Blick, die Faust erhoben und ein siegesgewisses Grinsen im Gesicht. Oh, wie gern wäre Malar auf ihn zugestürmt, hätte ihn am Kragen gepackt und ihn gefragt was der Auftritt hier sollte. Wunsch und Wirklichkeit waren jedoch zwei Paar Schuhe, wenn man ohne einen Stock keine fünf Schritte weit kam.

Also bemühte sich der Hausherr um eine aufrechte Haltung und strich seine lange, scharlachrote Robe glatt, in deren Säume und Aufschläge goldene Stickereien gewirkt waren. Das lange Haar fiel in offenen Kaskaden wie ein silberglänzender Wasserfall über Schultern und Rücken. Immer noch war der hochgewachsene Priester eine beeindruckende Erscheinung, und genau das war auch beabsichtigt. Den Gehstock mit dem silbernen Knauf plazierte er vor sich und legte locker die Hände darauf. Jedenfalls wirkte es so als täte er das.

"Natürlich bin ich hier, wo sollte ich um diese Zeit wohl sonst sein?" Ein Knurren in der Stimme verriet mehr als deutlich das Missfallen des Priesters. Die rubinfarbenen Augen waren so pfeilgerade auf Dorald gerichtet, als wollte ihr Blick aus dessen Rücken wieder heraus ragen. Was mit den Wachen am Tor passiert war und warum sie nicht eingriffen, konnte sich Malar inzwischen denken. Mit hoher Wahrscheinlichkeit lebten sie nicht mehr. "Eine Erklärung verlangt Ihr, Dorald Tod'a'gog? Hat es Orven gefallen Euren Geist zu umnachten? Ich hoffe, Ihr könnt mir eine verflucht gute Erklärung liefern, warum Ihr meine Wachen niedermetzelt, meine Tür zertrümmert und ohne Anmeldung mit Euren Schergen in meinem Haus steht!" Mit einer anklagenden Geste deutete er auf das Chaos in seiner Empfangshalle. Es war unschwer an der Miene des Rotgewandeten abzulesen, dass der Zorn und die Empörung echt waren. Malar Beradren wusste anscheinend wirklich nicht, wie ihm gerade geschah.

30.09.2018 10:32 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen

Dorald

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Da stand er nun mitten drin in diesem eindrucksvollen Gemäuer, das er in den letzten Jahrzehnten liebend gern gemieden hatte. Zumindest in physischer Hinsicht. Seine Spionin hatte ihre Arbeit gut gemacht. Neben wichtigen Informationen hatte sie ihm auch hin und wieder den einen oder anderen Gegenstand gebracht, an dem ebenfalls die eine oder andere Erinnerung hing. Mit etwas Konzentration konnte der Kleriker diese recht schnell lesen konnte, ehe sie wieder zurück an ihrem rechten Platz landeten, noch bevor jemand bemerkte, dass sie weg waren. Dennoch war es ein großer Unterschied, ob man so etwas in seinen Gedanken sah oder tatsächlich in dieser prachtvollen Eingangshalle stand. Die Kristalle und Kerzen sorgten für ein beeindruckendes Lichtspiel. Überall waren rote Mosaike zu sehen, die recht typisch für diesen Palast bestanden, der ungewöhnlicherweise zu großen Teilen aus Glas bestand. Wie viel das alles wohl gekostet haben mochte? Und eines musste man den Beradrens doch noch lassen, sie hatten einen wirklich einzigartigen und unverkennbaren Stil.

Nachdem der Kleriker sich nun aufsehenerregend angekündigt hatte, holte er noch einmal tief Luft und wartete ab, was geschehen würde. Würde Malar den nötigen Schneid mitbringen, ihm entgegen zu treten oder würde er sich verziehen wie eine feige Ratte, weil er es so schnell heraus gefunden hatte? Und tatsächlich … nach wenigen Augenblicken stand er auch schon da, wie eine Diva auf einer Modenschau, in scharlachroter Robe, lang genug, um damit mühelos den Boden zu fegen. Wie praktisch! Man ersparte man sich doch einige Diener, wenn man Kleidung trug, die sämtlichen Staub auf sich nahm, welcher sonst den Boden bedeckt hätte. Und gleichzeitig wiederum war es auch recht unpraktisch, denn man konnte dabei so leicht fallen und sich etwas brechen. Ob der Priester deshalb dieses Stöckchen mit sich trug? Oder war es doch nur ein neuer modischer Trend von dem Dorald wieder einmal keine Ahnung hatte?

"Natürlich bin ich hier, wo sollte ich um diese Zeit wohl sonst sein?" Dorald blieb standhaft und verzog keine Miene als sein ehemaliger Schwager auch noch anfing zu knurren. „Keine Ahnung … vielleicht bei einem Treffen mit zwielichtigen, grenzdebilen Kreaturen, um zu planen, wie ihr mir wohl auf die dümmste Art und Weise eines rein würgen könntet?“ Der Kleriker schnaubte verächtlich, wartete aber dennoch gespannt auf eine mögliche Erklärung ab. Würde er alles verleugnen oder doch noch einknicken und gestehen? Es sah jedenfalls nicht nach letzterem aus. „Oh, wie interessant. Denn das selbe wollte ich Euch auch gerade fragen.“, erwiderte er die Frage bezüglich des umnachteten Geistes. „Eure Wachen nieder metzeln? Aber nicht doch, das wäre nicht mein Stil. Sie machen nur eine kleine Pause. Aber ich bin nicht hier um mit euch einen Plausch zu fühern.“ Er ging bedächtig auf und ab, seinen Gegner jedoch nicht aus den Augen lassend. „Hört zu, Malar. Meine Geduld ist am Ende. Wir hatten einen Waffenstillstand!“, zischte er ihm entgegen immer noch recht aufgebraucht. Doralds dunkle Augen fixierten den Jüngeren, während er mit eindringlicher Stimme sprach: „Jetzt spielt nicht den Ahnungslosen und sagt mir was ihr mit ihr angestellt habt oder ihr werdet euch wünschen, nie geboren worden zu sein.“

02.10.2018 21:19 Dorald ist offline Email an Dorald senden Beiträge von Dorald suchen

Malar

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In der Tat hatte Malar seinen Schwager - oder sagte man Ehemaliger Schwager, wenn die Schwester bereits verblichen war? - schon seit langen Jahren nicht mehr in seinem Haus begrüsst. Einzig im Tempelviertel lief man sich hin und wieder über den Weg, wechselte aber nur ein Minimum an höflich geziemenden Beleidigungen. Seit Dorald neu geheiratet hatte, kaum dass Munaris Körper erkaltet war, waren sie geschiedene Leute. Oh, er hatte den Tod seiner Schwester noch immer nicht verwunden, und noch immer hielt er eisern an einer Beteiligung ihres Ehemannes fest. Aber in all den Jahren war es ihm nicht gelungen den entscheidenden Beweis zu führen und die Blutfehde gegen das ohnehin dezimierte Haus Tod'a'gog für eröffnet zu erklären. Nicht dass Malar das im Grunde seines Herzens wirklich wollte. Er verabscheute Gewalt, mehr als er sich selbst eingestehen wollte. Aber er hielt es für seine Pflicht. Präziser noch: Es war seine Pflicht. Jeder würde ihn sonst für schwach halten, und ein schwacher Dunkelelb konnte einpacken.

Was allerdings nicht hiess, dass er in letzter Zeit irgendetwas gegen Dorald oder die Tod'a'gogs ausgeheckt hatte. Seit Jahrzehnten herrschte ein gewisser Status Quo, es gab keine neuen Erkenntnisse und keinen Grund etwas an der still dahin schwelenden Feindschaft zu ändern. Der silberhaarige Priester liess seinen Blick auf dem Gesicht seines Kontrahenten verweilen, dessen Ausdruck zu allem entschlossen wirkte. In den dunklen Augen loderte Zorn, während Malars eigenes Antlitz eine gewisse Ratlosigkeit spiegelte. Er ging im Geiste sein Sündenregister durch. Nicht dass es dort nicht ein paar Schandflecke zu bewundern gab, aber etwas was das hier rechtfertigte? Nein. Hatte Floona etwas angestellt? Sein Eheweib war gehässig und rachsüchtig, zu gemeinen Anschlägen in der Lage, die nicht einer gewissen tödlichen Raffinesse entbehrten, aber meist richtete sich ihre Unzufriedenheit gegen ihn oder ihr nächstes Umfeld. Sie besass weder die Kaltblütigkeit, noch die Intelligenz und Weitsicht etwas zu planen, was die Kleriker Blackhearts auf den Plan hätte rufen können. Indes, der Blick des Älteren, der allein auf ihm ruhte und ihn mit unbändigem Hass verfolgte - das war nicht der Blick eines Mannes, der nur seine Arbeit tat. Die Sache war also persönlich.

Der rotgewandete Priester wurde vorsichtig. Soviel Grund zu gerechtem Zorn er auch haben mochte, so gern er dem Unverschämten für sein Eindringen einen Feuerball auf den Pelz gebrannt hätte - es war unklug einen Bluthund zu reizen, dessen Zähne man bereits an der Kehle spürte. Malar neigte den Kopf leicht zur Seite und lauschte erst einmal, während er sich nach vorn auf den Stock lehnte. Nein, seine Gewänder waren nicht so geschnitten dass man über die Säume stolperte, das wäre albern gewesen. Sowie auch überaus kontraproduktiv. Dass er sie nicht aus reinem Modebewusstsein trug, ging niemanden etwas an. Sollte man ihn doch für einen Gecken halten, solange man ihn nicht für einen Krüppel hielt. Und das tat Dorald nicht, sonst hätte er sich diese Schwäche längst zunutze gemacht. Malar registrierte das mit einer gewissen Beruhigung. Was allerdings nicht hiess, dass die Situation so bleiben musste. Ein wenig Beschwichtigungspolitik konnte also nicht schaden. Der Silberhaarige atmete tief durch und stellte sich vor seinem geistigen Auge ein langsam herunterbrennendes Kaminfeuer vor. Das half meistens den Zorn unter Kontrolle zu bekommen.

"Nun, wie Ihr seht ist dem nicht so", entgegnete er mit erzwungener Ruhe und in fast schon liebenswürdigem Tonfall. "Die einzig grenzdebile Person, die Ihr hier finden werdet, ist sicher nicht die nach der Ihr sucht. Also geht das etwas genauer, wenn es keine Umstände macht? Vielleicht verratet Ihr mir bei der Gelegenheit auch gleich, welch dummen Reinwürgens ich beschuldigt werde. Ich habe nämlich keine Ahnung wovon Ihr sprecht." Die eben noch wütend aufeinander mahlenden Kiefer entspannten sich. Nicht dass die Wachen am Tor nicht ersetzbar gewesen wären. Aber es war doch ein Akt des Respekts, sie nicht gleich zu töten. Sklaven waren teuer. Eine bissige Bemerkung über den mangelhaften Stil beim Aufbrechen der kunstvoll geschnitzten Eingangstür verkniff Malar sich klugerweise. Es war im Grunde Kindergezänk. Scheinbar locker auf seinen Stock gelehnt - der ein Modeaccessoire sein konnte oder auch nicht - folgte er dem herumtigernden Kleriker mit dem Blick. Solange Dorald nicht in seine Nähe kam, bestand keine Gefahr und er durfte seine überlegene Position behalten. Er sollte nur darauf achten, nicht zu überlegen zu wirken.

"Tja, es tut mir ernsthaft leid Eure Geduld derart zu strapazieren, werter Schwager." Tat es nicht. Malar wusste das, und Dorald wusste das. Es war nur eine Floskel. Schliesslich war der Kleriker in sein Haus eingefallen um ihn mit abstrusen Vorwürfen zu überhäufen, nicht umgekehrt. Und wäre sich der Priester nicht seiner Stellung und der des Anderen bewusst gewesen, er hätte Gift und Galle ausgekübelt. "Tatsächlich habe ich an diesen Waffenstillstand auch geglaubt. Bis... nun ja... eben." Die kleine Spitze gestattete er sich dennoch. Die flammendroten Augen glühten im Schein des Kaminfeuers, während sie dem durchbohrenden Blick der dunklen trotzig standhielten. "WAS, bei Orvens ewiger Nacht, soll ich mit wem angestellt haben? Ihr sprecht in verfluchten Rätseln, Dorald! Wenn Ihr nicht Klartext redet, werde ich kaum etwas gestehen können, nicht wahr?" Eine zwingende Logik, mit der er hoffte seinem Kontrahenten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sofern der nicht bereits allzu fest entschlossen war irgendwen auf's Rad zu flechten. Wenn es um Rache ging, nahm man es in Blackheart mit Schuld und Unschuld nicht so genau. Hauptsache ein Kopf rollte. Malar hatte selbstredend ein vitales Interesse daran, dass dies nicht seiner war.

03.10.2018 07:56 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen

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Die Blicke der beiden Dunkelelben trafen sich, gleich zwei Raubtieren, dich sich vorsichtig aneinander heran tasteten, um zu sehen wer von ihnen stärker sei. Doch das hier war etwas ganz anderes. Immerhin ging es hier nicht um eine Beute für die sie sich ganz zufällig beide interessierten. Das hier war etwas Persönliches. War es Einbildung oder lag etwa eine gewisse Verworrenheit im Blick seines Kontrahenten? Hatte er etwa nicht geahnt, dass der Kleriker ihm so schnell auf die Schliche kommen würde? Oder war es lediglich eine List, um ihn doch ein wenig zu verunsichern? Dorald jedenfalls war viel zu entschlossen um genauer darüber nachzudenken. Er hatte seinen Schuldigen gefunden! Jetzt musste er nur noch heraus kriegen, was er mit Saverijn gemacht hatte, um sie wieder zu bekommen und den Verräter anschließend schnellstmöglich zu entsorgen. Dabei war ihm jedes Mittel recht. Denn ob er nun Malars Schwester getötet hatte oder nicht, niemand hatte das Recht ihn auf diese Art und Weise anzugreifen, geschweige denn Doralds Frau auch nur ein Haar zu krümmen. Als würde sein Gegenüber etwas derartiges spüren, hielt er sich mit seinem Temperament zurück.

Es war also nicht so, dass er sich mit zwielichtigen Kerlen traf. Na und? Das tat nichts zur Sache. Wären die Umstände anders, so hätte er bei der grenzdebilen Person im Haushalt womöglich sogar gelacht, doch die Situation war viel zu angespannt, um auch nur eine einzige Regung zu zeigen. Immer noch von einer gewissen Skepsis zeugend war der Blick des Dunkelhaarigen, während das Rotauge ihm doch tatsächlich für dumm verkaufte. Er hatte keine Ahnung, wovon er sprach, dass er nicht lachte.

„Tut es das?“, fragte Dorald noch einmal nach, nur um irgendwas zu sagen, als der Schwager ihm mitteilte, es täte ihm ernsthaft leid seine Geduld zu strapazieren. Tat ihm überhaupt irgendetwas leid? Natürlich glaubte er nicht daran. Allerdings hatte Dorald inständig darauf gehofft, dass er zumindest genug Ehre und Verstand besaß um sich an den Waffenstillstand zu halten. Immer noch hielt er sich daran fest nichts zu wissen. Was für ein heuchlerischer Mistkerl er doch war. Dorald ermahnte sich zur Ruhe, denn es würde nicht mehr viel fehlen und er wäre ihm soeben an den Hals gesprungen. „Ihr braucht nicht zu gestehen, Kollege. Denn ich weiß längst, dass ihr es gewesen seid.“ Zumindest wusste er einen Teil davon. Viel schlimmer aber war diese verdammte Ungewissheit. „Meine Frau … sie ist nicht zurück gekehrt und ich weiß, dass sie bei euch war. Die einzige Spur hat mich mit Hilfe von Orvens Segen direkt zu euch geführt. “ Eine gewisse Ruhe lag in seinen Worten, trügerische Stille, wenn man bedachte, dass die Rache des Geduldigen weitaus schlimmer sein konnte, als jenen, der voller Zorn alles kurz und klein schlug. „Ich habe einen Vorschlag. Bringt mir auf der Stelle meine Frau zurück und ich werde es euch nachsehen.“ Würde er nicht, aber das musste er Malar nicht auf die Nase binden. „Tut ihr es nicht, so werdet ihr eines langsamen und qualvollen Todes zugrunde gehen. Na, wie klingt das?“ Ein kurzes Lächeln zeigte sich auf Doralds Lippen, das jedoch seine Augen nicht erreichte.

07.10.2018 19:14 Dorald ist offline Email an Dorald senden Beiträge von Dorald suchen

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"Hmpf..." Der Rotgewandete brummte leise auf die Frage hin, die lediglich rhetorischer Natur war. Jede Antwort, ob ehrlich oder nicht, hätte nur dazu beigetragen den Kleriker noch weiter gegen sich aufzubringen. Vorsicht war angebracht. Malar Beradren hielt seinen Schwager zwar für einen Hundsfott und Schwestermörder, aber das machte ihn nicht weniger gefährlich. Kraft seines Amtes konnte Dorald ihn mit Leichtigkeit in irgendwelchen Katakomben verschwinden lassen, wo kein Hahn mehr nach ihm krähen würde. Weder seine gesellschaftliche Stellung, noch sein Rang als Priester der Siebzig schützten ihn davor. Aus diesem Grund war ihm vorrangig daran gelegen, das Missverständnis - denn um ein Solches konnte es sich nur handeln - aus der Welt zu schaffen.

Dummerweise jedoch schien nichts von dem was er sagte den Tod'a'gog zu überzeugen. Verfemt bis ins siebzehnte Glied sollte dieser Sturschädel sein! Wie kam der Kerl nur darauf, mir nichts dir nichts in sein Haus einzudringen und ihn irgendeines Verbrechens zu beschuldigen, mit dem er nichts zu schaffen hatte? Malar atmete tief durch und versuchte eine entspannte Haltung einzunehmen, was gar nicht so einfach war, wenn man nur ein Bein und einen Stock zur Verfügung hatte. Immerhin - noch redete Dorald, und hatte ihn nicht längst ergreifen und aus dem Haus zerren lassen. Was darauf schliessen liess, dass er sich seiner Sache vielleicht doch nicht so sicher war. Möglicherweise gab es doch noch eine Chance, mittels vernünftiger Argumente die haltlosen Anschuldigungen zu entkräften. Zorn und Sarkasmus hatten ihre Wirkung jedenfalls bisher verfehlt. Wenn er doch nur endlich mit der Sprache herausrücken würde, bei Orven!

"Wie praktisch", konnte sich der Priester eine bissige Bemerkung nicht verkneifen, als ihm beschieden wurde nichts gestehen zu müssen, da seine Schuld bereits erwiesen war. Er öffnete gerade den Mund um geharnischt nachzulegen, als da doch noch etwas kam, womit er nicht gerechnet hatte. Malar klappte den Mund erst einmal wieder zu und starrte den Kleriker ungläubig an. Es vergingen einige Sekunden, in denen man die Holzscheite im Kamin leise knacken hören konnte. Ansonsten war die Stille im Raum mit dem Messer in hauchdünne Scheiben zu schneiden. Schliesslich räusperte sich der Silberhaarige. "Eure... Frau? Die Köchin?" vergewisserte er sich. Wie hiess sie noch - Saverijn? Sie besass ein Speiselokal in der Stadt, in dem auch Malar bereits zu Gast gewesen war. Aus purer Provokation verstand sich, und natürlich nicht ohne sich über das - zugegeben vorzügliche - Essen zu beschweren. Noch ärgerlicher aber war die Tatsache, dass die Wirtin eine durchaus freundliche und zuvorkommende Person war. Denn wie gern hätte Malar Beradren seinem liebstgehassten Schwager eine giftspritzende Megäre an den Hals gewünscht. Nun gut, aber... sie war verschwunden? Entführt? Und ausgerechnet bei ihm sollte sie gewesen sein?

So absurd das alles auch war - es sah schlecht für ihn aus. Irgendjemand schien da etwas sehr geschickt eingefädelt zu haben. Wer glaubte schon dem Mann, der einem seit vielen Jahren den Tod der ersten Ehefrau nachtrug, wenn der versicherte nichts mit dem Verschwinden der zweiten Ehefrau zu tun zu haben? In gewisser Weise konnte Malar seinen Schwager sogar verstehen. Hätte er denn an dessen Stelle anders gehandelt? Die Antwort darauf konnte nur Nein lauten. Verdammt, was sollte er sagen? Noch einmal seine Unschuld beteuern? Das würde wahrscheinlich ebensowenig einen Effekt haben wie die Male zuvor. Dorald war hier, und er wollte Blut sehen. Das sagte ihm der flammende Blick und die Drohung unmissverständlich. "Ich weiss, es spricht Vieles gegen mich, und Ihr habt keinen Grund mir zu glauben", nickte er langsam. "Aber vielleicht... erhalte ich die Chance meine Unschuld zu beweisen, bevor Ihr mich ausweidet oder was auch immer Ihr vorhabt? Denn selbst wenn ich wüsste wo sich Euer Eheweib befindet, könnte ich es tot nicht mehr verraten. Nicht wahr?"

Es war ein kühnes Spiel, was Malar hier trieb. Ein Spiel mit dem Feuer. Denn indirekt hatte er gerade in Aussicht gestellt, vielleicht doch etwas über den Verbleib Saverijns zu wissen. Und er konnte nur darauf hoffen, dass Schmerz und Zorn den Verstand seines Schwagers noch nicht ganz umnebelt hatten und er die Logik dahinter durchschaute.

07.10.2018 22:44 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen

Dorald

Höhlenschlange


NAMENSLIED
Dorald aus dem Hause Toda‘a‘gog
Beruf(-ung)
Kleriker
HERKUNFT
Shallows Earth
ALTER
620 Jahre
RASSE
Dunkelelf
VERGANGENHEIT
vorbei ist vorbei
VERBINDUNGEN
Verbindungen
ANDERE GESICHTER
Irihapeti
Joavan
Adriel
Cyliane
Moira
Laoise
ACHIEVEMENTS



Dabei seit: 12.06.2016
Beiträge: 107



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Wenn Blicke töten könnten … es war ein überaus interessantes Katz und Maus-Spiel, welches die beiden ungleichen Priester hier trieben. Doralds Geduldsfaden war dünn wie ein Haar und dennoch gab es immer wieder Leute, die meinten daran ziehen zu müssen. Zuletzt war es auch einer seiner Leibwächter, der diese Geduld zu sehr überstrapaziert hatte. Malar jedoch schien klug zu sein, gab lediglich einen Laut von sich, nicht mehr als nicht weniger, als der Kleriker seine vermeintlich höfliche Floskel in Frage stellte. Dies machte Dorald jedoch nicht weniger angriffslustig. Immerhin hatte er mit ihm noch eine Kammechse zu schuppen. So ließ er ihn nach, wie vor nicht aus den Augen, achtete dabei auf jedes noch so kleine Anzeichen in seinen Gestiken und Mimiken, damit ihm auch wirklich nichts entging.

"Wie praktisch", erwiderte dieser beinahe schon Zähne fletschend. Was hatte er sich gedacht? Dass er einfach so damit durchkam, wenn er die Frau eines Klerikers entführte? Konnte jemand tatsächlich so dumm sein? Dorald kniff leicht seine Augen zusammen, die ihn mit einem messerscharfen Blick fixierten, aber ansonsten keinerlei Regungen zeigten. Doch dann schien es so, als wäre der Priester der siebzig dennoch etwas überrascht. Es vergingen einige Augenblicke in denen absolute Stille herrschte, ehe er sich räusperte. "Eure... Frau? Die Köchin?" „Ja, die meine ich“, antwortete der Kleriker mit immer noch scharfer Stimme. Dann seufzte er. „Ich weiß, es ist nicht leicht das zu akzeptieren. Aber eure Schwester hat vor einem guten Jahrhundert das Zeitliche gesegnet. Da ist es durchaus legitim, dass ich mich erneut vermähle, dafür brauche ich euren Segen nicht.“ Er bemühte sich dabei neutral zu bleiben und nicht allzu abfällig über Munari her zu ziehen. Immerhin hätte er sich im umgekehrten Fall auch etwas mehr Verständnis gewünscht.

„Also, ich frage euch jetzt noch einmal. Wo ist Saverijn?“, versuchte er es noch einmal mit Nachdruck. Doch Malar beteuerte nach, wie vor seine Unschuld. Dorald schürzte die Lippen. Am liebsten wäre er ihm auf der Stelle an die Gurgel gesprungen, wenn er nicht bald mit der Sprache heraus rückte. Er hatte immerhin genug gesehen und auch wenn Malar, so wie er sagte, unschuldig war, so musste er zumindest etwas wissen. Stattdessen jedoch wollte er seine Unschuld beweisen. Wollte er ihn jetzt ernsthaft auf den Arm nehmen?

„Ihr wollt also immer noch eure Unschuld beweisen?“, fing Dorald an und überlegte. Am liebsten wollte er ihn mit in den Folterraum verschleppen, doch vermutlich würde er nicht sonderlich viel von ihm heraus kriegen. Es wäre auch äußerst töricht ihn alleine zu lassen. Denn dann hätte dieser immer noch die Gelegenheit Beweise zu fälschen, falsche Fährten zu legen oder sich mit Saverijn aus dem Staub zu machen. „Na schön … ihr erhaltet noch eine letzte Chance. Aramu, Darlos ...“ Damit wandte er sich schnippisch zu seinen beiden Leibwächtern. „Ich hoffe ihr habt heute nichts vor, denn so wie es aussieht werden wir wohl noch eine Weile hier bleiben.“ Ein süffisantes Lächeln zeigte sich auf seinen Lippen. „Ihr habt doch nichts dagegen, wenn ich euch dabei helfe Malar Beradren“, fragte er den Priester eindringlich. Aus seinem Ton konnte man deutlich heraus hören, dass er ein Nein nicht akzeptieren würde. Und dass dies kein lustiges Beisammen sitzen zweier Gleichgesinnter werden würde, sollte ihm auch bewusst sein. Dennoch sollte er einsehen, dass es immer noch angenehmer war als ein Aufenthaltsort in der Folterkammer. Und Dorald selbst konnte durchaus etwas Ablenkung gebrauchen, bevor er in das leere Haus zurück kehren würde. Ob nun mit oder ohne seiner Frau.

21.10.2018 15:00 Dorald ist offline Email an Dorald senden Beiträge von Dorald suchen

Malar

Heisser Feger


NAMENSLIED
Malar Beradren
Beruf(-ung)
Priester der 70 Anhänger Orvens
HERKUNFT
Shallows Earth
ALTER
480 Jahre
RASSE
Dunkelelb
VERGANGENHEIT
Daimonsfeuer
VERBINDUNGEN
Geliebte und Gehasste
ERINNERUNGEN
Chronik

Dabei seit: 21.09.2018
Beiträge: 13



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Malar spürte, dass er rein metaphorisch auf hauchdünnem Glas tanzte. In der Gerichtsbarkeit der Dunkelelben gab es so etwas wie eine Unschuldsvermutung nicht. Schuldig war, wer angeschuldigt wurde. Es sei denn, dem armen Tropf gelang es zu beweisen dass die Vorwürfe unzutreffend waren. Wieviele Unschuldige schon im Kerker verschmachtet oder auf sonstige Weise in den Katakomben Blackhearts verschwunden waren, konnte niemand genau sagen. In Malars Fall wog die Anklage sogar besonders schwer, da es ein Kleriker war der ihn beschuldigte. Sogar höchstpersönlich. Der Priester kochte innerlich, aber er war kein Dummkopf. Er wusste dass er seinen Kopf jetzt nur aus der Schlinge ziehen konnte indem er Diplomatie und Fingerspitzengefühl walten liess - und vor allem einen kühlen Kopf bewahrte. Wüten und Zürnen würde nicht helfen, sondern ihn allenfalls noch schuldiger erscheinen lassen. Oh, wenn er denjenigen erwischte, der ihm dieses Ei ins Nest gelegt hatte...

Zunächst einmal malte sich jedoch eine Überraschung auf den Zügen des Priesters, die kaum gespielt sein konnte. Zumal Malar Beradren für alles Mögliche bekannt war, aber sicher nicht für sein komödiantisches Talent. Das Leben hatte auch bei ihm seine Spuren hinterlassen, und es kam nur noch selten vor dass er überhaupt eine Miene verzog. Meist war sein Gesicht so unbewegt und starr wie der Stock, der sein ständiger Begleiter war. Der silberhaarige Elb atmete tief durch und betrachtete sein Gegenüber nun ruhig und nachdenklich - man konnte sogar fast meinen, so etwas wie Anteilnahme in den rubinfarbenen Augen schimmern zu sehen. Malar wusste wie sich Verlust anfühlte. Der Schmerz unter der schäumenden Wut des Klerikers war deutlich zu spüren.

"Geschenkt", schüttelte er den Kopf und lehnte sich auf seinem Stock nach vorn, um das schmerzende Bein zu entlasten. Er konnte um diese Tageszeit nicht mehr lange stehen, aber die Situation erlaubte kaum eine Bitte sich setzen zu dürfen. "Natürlich braucht Ihr dazu meine Erlaubnis nicht." Das wusste Dorald so gut wie er selbst. "Und auch wenn ich es Euch nachtrage dass Ihr Euch so schnell getröstet habt, betrachte ich das als mein Problem, nicht Eures. Munari ist tot. Nichts auf der Welt kann sie zurück bringen." Natürlich hatte er ihren früheren Ehemann nach über einem Jahrhundert immer noch im Verdacht, etwas mit ihrem Tod zu tun gehabt zu haben. Echte Unglücksfälle geschahen in Blackheart schliesslich viel seltener, als dass jemand beim Sterben nachhalf. Aber er musste auch zugeben, dass er ihm in all den Jahren nichts hatte nachweisen können. Inzwischen war sich seiner Sache selbst nicht mehr sicher, aber den Groll hielt er dennoch aufrecht. Was hätte er auch sonst tun sollen? Trauer war etwas für Schwächlinge, und eine Schwäche konnte er sich nicht leisten.

"Ihr stellt die falsche Frage, Dorald." Die Stimme des Priesters klang nicht mehr angriffslustig oder sarkastisch. Im Gegenteil sogar sehr ruhig und überlegt. "Die richtige Frage müsste lauten: Wer profitiert von der Entführung Eurer Frau? Wenn Ihr genauer darüber nachdenkt, werdet Ihr feststellen dass ich es nicht bin." Das konnte man selbstredend so und so sehen. In materieller Hinsicht hatte Malar ganz sicher recht. Seine Familie war mächtig und verfügte über genügend Ressourcen, um sich nicht durch Schurkenstreiche ein Zubrot verdienen zu müssen. Allein der Gedanke war absurd. Persönliche Gründe waren jedoch ein anderes Thema, und da konnte sich durchaus ein Motiv konstruieren lassen. Andererseits lag der Tod von Malars Zwillingssschwester lange zurück, und Dorald war schon eine ganze Weile neu verheiratet. Es gab keinen nachvollziehbaren Grund, warum der Bruder seiner verstorbenen Frau ausgerechnet jetzt auf eine solche Idee kommen sollte?

"In der Tat, das beabsichtige ich", nickte der Mann in der roten Robe bekräftigend und hob das Kinn, was entschlossener wirkte als es war. Malar hatte nämlich derzeit nicht den Schimmer einer Ahnung, wie ihm der Beweis seiner Unschuld gelingen sollte. Er verfügte ja nicht einmal über einen Anhaltspunkt, wer hinter dieser offensichtlichen Intrige gegen ihn stecken könnte. Aber immerhin gewann er auf diese Weise Zeit, die sich als wertvoll erweisen konnte. Zumindest war es möglich sie sinnvoller zu nutzen, wenn man sie nicht im Kerker oder auf einer Folterbank verbrachte.

Mit dem was dann kam, hatte der silberhaarige Priester allerdings sichtlich nicht gerechnet, weshalb ihm ein wenig die Kinnlade abwärts klappte. Wirklich? Allen Ernstes wollte sich der Kleriker samt Gefolge bei ihm einquartieren? Na schön... Die Überraschung dauerte nur einen Wimpernschlag, dann hatte sich der Hausherr wieder in der Gewalt und stiess mit beherrschter Miene dreimal den Stock auf den schwarzen Marmorboden, sodass es weithin durch die Gänge hallte. Sofort eilten Bedienstete herbei und erwarteten beflissen ihre Anweisungen. "Wir haben Gäste", verkündete Malar und neigte den Kopf in Richtung des Klerikers und seiner beiden Leibwächter. Letztere schien er ein wenig zähneknirschend zu betrachten, liess sich aber sonst nichts weiter anmerken. "Richtet die Zimmer im Südflügel her, die mit der Verbindungstür. Ich wünsche dass Seine Exzellenz allen Komfort geniesst, und ich mache jeden von euch persönlich verantwortlich wenn Beschwerden kommen. An die Arbeit!" Mit leicht sauertöpfischer Miene blickte er den Sklaven hinterher, die davon wuselten wie die Höhlenameisen auf der Flucht.

Malar hatte sich nicht lumpen lassen. Die Zimmer im Südflügel waren die besten auf ganz Shanaal Rothe und hohen Gästen vorbehalten. Sie boten einen atemberaubenden Blick über die Stadt und verfügten zudem über ein eigenes Bad. Der Hausherr wandte sich indes wieder Dorald zu und lächelte gewinnend. Er gedachte dem Ruf seines Hauses als Gastgeber gerecht zu werden, selbst dann wenn er dazu genötigt wurde. "Habt Ihr denn bereits zu Abend gespeist, oder darf ich Euch ein Mahl anbieten?" fragte er in liebenswürdigstem Tonfall. Hoffentlich liess sich dieser Cretin darauf ein, damit er sich endlich hinsetzen konnte.

Heute, 13:22 Malar ist offline Email an Malar senden Beiträge von Malar suchen
 
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